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Reaktionen auf den Weggang von Bischof Heiner Koch

"So einen bräuchte es wieder"

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Bischof Heiner Koch besucht die sächsische Stadt Pirna nach der Hochwasserkatastrophe 2013.
Dresden - Seit gut einer Woche ist es offiziell: Bischof Heiner Koch wechselt von Dresden-Meißen in das Erzbistum Berlin. In Sachsen freut sich niemand über diese Entscheidung. Selbst "Die Linke" hätte Koch gerne behalten. Der hinterlässt nun große Fußstapfen.

Selbst für diese Zumutungen bekommt Heiner Koch noch Lob: Während anderenorts die Neuordnung von Pfarreien und Dekanaten Wut, Zank, Streit und Widerstand auslöst, stehen im Osten sogar die sonst kritischen Laiengremien hinter dem Kurs des Bischofs. Nikolaus Legutke lobt Heiner Koch ausdrücklich. "Der Erkundungsprozess muss fortgesetzt werden", sagt der Vorsitzende des Diözesanrates und meint die pastorale Neuordnung des Bistums in sogenannte "Verantwortungsgemeinschaften". Er erwähnt auch, welch gutes Verhältnis der Bischof zum Diözesanrat gehabt habe. Es brauche schnell wieder einen Bischof, schließlich stehe in einem Jahr der Katholikentag in Leipzig, der größten Stadt im Bistum Dresden-Meißen an. "Ja", sagt Legutke, "es wäre schön gewesen, wenn Bischof Koch länger geblieben wäre."

Erst im Nachhinein wird offenbar, wie schnell Heiner Koch in Ostdeutschland angekommen ist und die Wellenlänge der Ostdeutschen trifft. Die "Superillu" berichtet über Bischof Koch als sei er einer der Oststars wie Karat, Katharina Witt oder Stefanie Hertel. Dem Leipziger Gewandhaus-Magazin steht er im Interview Rede und Antwort. Und selbst die SED-Nachfolge-Partei "Die Linke" bedauert den Weggang des Dresdener Oberhirten. Rico Gebhardt, Vorsitzender der Fraktion im sächsischen Landtag, betont, dass Koch "eine neue Kultur der Offenheit in die sächsische Gesellschaft hineingetragen" habe. Er sei der erste Bischof gewesen, der in die Fraktion gekommen sei und einen Gedankenaustausch gepflegt habe, für den ich tiefe Dankbarkeit empfinde", sagt Gebhardt. Und: "Seine Fragen, was den Menschen in Sachsen in einem existenziellen Sinne Heimat geben kann und was auch wir als Linke dazu beitragen können, bleiben uns eine ständige Herausforderung." Ungewohnte Töne von der als extrem kirchenkritisch bekannten Partei.

Nur zwei Jahre war er Bischof von Dresden-Meißen. Nun wechselt Heiner Koch in das Erzbistum Berlin.

Herausforderungen für Kochs Nachfolger sieht auch Pater Clemens Maaß. "Bischof Koch hat viele Baustellen angepackt, viele sind noch offen", sagt Maaß. Der Jesuit, Chef der Katholischen Akademie im Bistum Dresden-Meißen, ist sich wie Legutke sicher, dass der angestoßene "Erkundungsprozess" eine solche Baustelle ist. Man brauche schnell wieder einen Bischof. Sonst besteht die Gefahr, dass alles wieder ruht", sagt Maaß. Und er fügt hinzu: "So einen wie Bischof Koch bräuchte es wieder." Koch habe ein hohes Tempo in den vergangenen zwei Jahren vorgelegt. Er habe das ganze Bistum besucht und allerorten Gespräche geführt.

"Was Bischof Feige gesagt hat, ist bedenkenswert"

Mit Blick auf die Diasporasituation in Ostdeutschland betont Maaß: "Es ist wichtig, dass wir uns nicht einkapseln." Eine Einstellung, die Koch vertreten hat und dafür auch von Rico Gebhardt gelobt wird. Der Bischof stehe für einen "Typ menschenfreundlicher, sozial inspirierender und im fortschrittlichen Sinne barmherziger Kirche, bei der man sogar als Laizist versucht ist zu sagen: Die hat für die Gesellschaft einen Wert, den man auch honorieren sollte", sagt der Politiker der "Linken". Der Kritik am schnellen Wechsel Kochs von Dresden-Meißen nach Berlin steht Akademie-Chef Maaß offen gegenüber. So hatte unter anderem der Magdeburger Bischof Gerhard Feige die raschen Bischofswechsel in den ostdeutschen Diözesen in den vergangen fünf Jahren kritisiert. "Was Bischof Feige gesagt hat, ist bedenkenswert", sagt Maaß.

Wie schnell Dresden wieder einen Bischof haben wird, lässt sich nicht vorhersagen. Während Erfurt über zwei Jahre auf die Ernennung von Ulrich Neymeyr warten musste, waren die Sedisvakanzen in Köln und Hamburg nur sehr kurz. Koch selbst hatte am vergangenen Montag gesagt, dass er sich bei der Bischofskongregation in Rom dafür eingesetzt habe, dass Dresden möglichst schnell wieder einen Bischof bekommt. Ein Wunsch, dem sich sogar die "Die Linke" anschließt: "Mögen Ihre Gebete für einen guten Nachfolger für Ihre bisherige Wirkungsstätte erhört werden", sagt Rico Gebhardt.

Linktipp: Rückflug nur nach Berlin

Bischof Heiner Koch hat einen Kloß im Hals, als er am Montag vor die Presse tritt. Man sieht es dem ernannten Berliner Erzbischof an: Der Abschied aus Dresden-Meißen fällt ihm nicht ganz leicht.

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