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Wertvolles Reliquiar war vier Jahre lang verschwunden

Spenden für Borghorster Stiftskreuz gesucht

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Münster - Vier Jahre war das gestohlene Borghorster Stiftskreuz verschwunden. Nun soll das wertvolle Reliquiar wieder in der Kirche seiner "Heimatgemeinde" gezeigt werden. Doch es gibt ein finanzielles Problem.

Das Borghorster Stiftskreuz soll nach dem Diebstahl und der Rückkehr wieder den Gläubigen gezeigt werden. Allerdings müssten inzwischen hohe Sicherheitsauflagen erfüllt werden, damit das reich verzierte Reliquiar in der Kirche in Steinfurt dauerhaft ausgestellt werden könne, teilte das Bistum Münster am Donnerstag mit. Um die rund 160.000 Euro zusammenzubekommen habe die Kirchengemeinde St. Nikomedes eine Spendenaktion gestartet.

Künftig soll das Kreuz durch Panzerglas für die Öffentlichkeit in der Stiftskammer der Pfarrkirche zu sehen sein. Derzeit spreche man mit den Verantwortlichen in Münster Details ab, berichtete Pfarrer Markus Dördelmann. Es werde ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem geben, das weiter gehe, als es die Versicherungen verlangten. Einen Zeitpunkt für die Rückkehr nach Borghorst wollte der Pfarrer nicht nennen. Es solle aber eine feierliche Prozession geben, an der "Tausende teilnehmen werden." Im Jahr 2019 gibt es ein Jubiläums-Jahr zum 1050-jährigen Bestehen des adeligen Damenstifts in Borghorst.

Das Kreuz war im Oktober 2013 aus der Kirche in Steinfurt-Borghorst gestohlen worden und blieb zunächst auch verschwunden, nachdem 2015 drei Männer verurteilt wurden. Erst im Februar 2017 wurde es überraschend und unbeschädigt zurückgegeben – wie später bekannt wurde, nach einer Lösegeldzahlung einer Versicherung an den Verteidiger eines weiteren Angeklagten.

Gold, Edelsteine und 17 Reliquien

Das Borghorster Stiftskreuz ist eine kunstvolle Goldschmiedearbeit über Holzkern aus dem 11. Jahrhundert und gilt als Zeugnis sakraler Kunst aus der Salierzeit. Es ist mit Edelsteinen, Bergkristallen, Perlen und Gemmen reich verziert. Besonderen religiösen Wert erhält es dadurch, dass es 17 bedeutende Reliquien – Überreste heiliger Persönlichkeiten – enthält.  Eingeschlossen in zwei persische Bergkristallfläschchen sind, wie es in einer Inschrift auf der Rückseite heißt, unter anderem Reliquien "vom Holze des Herrn", vom "Schwamme des Herrn", vom Bette Mariens, vom Körper der Apostel Petrus und Bartholomäus.

"Das Kreuz braucht einen Kirchenraum, sonst reduzieren wir es auf ein Kunstwerk," sagte Pfarrer Dördelmann. Das Kreuz sei Symbol des Glaubens und Zeichen der Hoffnung: "Die Menschen sollen mit ihren Problemen und Sorgen wieder herkommen und vor dem Reliquiar beten können." Das Motto der Spendenaktion lautet: "Es ist ein Kreuz – Unser Schatz kommt zurück". Bereits vor Start der Aktion seien 11.111 Euro gespendet worden. (luk)

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