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Papst lässt den Limburger Bischof jedoch im Amt

Tebartz-van Elst soll Auszeit nehmen

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Vatikanstadt/Limburg - Papst Franziskus lässt den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Amt. Er muss allerdings eine mehrmonatige Auszeit nehmen: Wie der Vatikan am Mittwochmittag mitteilte, soll sich Tebartz-van Elst auf unbestimmte Zeit von den Amtsgeschäften in dem Bistum zurückziehen und außerhalb der Diözese bleiben.

Vertreten werden soll der Bischof nach den Angaben vom derzeitigen Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch. Dieser wird mit sofortiger Wirkung zum neuen Generalvikar des Bistums ernannt. Rösch hätte urpsrünglich zum 1. Januar 2014 neuer Generalvikar werden sollen.

In der päpstlichen Erklärung heißt es, in dem Bistum sei es zu einer Situation gekommen, in welcher der Bischof "seinen bischöflichen Dienst zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann". Der Heilige Stuhl halte es für angeraten, Tebartz-van Elst eine "Zeit außerhalb der Diözese zu gewähren". Der Heilige Vater sei zu jedem Zeitpunkt "umfassend und objektiv" über die Lage im Bistum informiert worden.

Wolfgang Rösch übernimmt als Generalvikar die Amtsgeschäfte im Bistum Limburg.
Wolfgang Rösch übernimmt als Generalvikar die Amtsgeschäfte im Bistum Limburg.

Seit Wochen in der Kritik

Tebartz-van Elst steht seit Wochen wegen seiner Amtsführung und der mindestens 31 Millionen Euro teuren Bischofsresidenz auf dem Limburger Domberg in der Kritik. Außerdem droht ihm neben einem Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien weiterer Ärger mit der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft derzeit, ob sie nach Untreue-Anzeigen gegen den Oberhirten ein Ermittlungsverfahren einleiten wird.

Derzeit nimmt eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission die Kosten der Limburger Residenz unter die Lupe.

Schon seit langem brodelt es im Bistum Limburg. Bereits im März 2012 warf ein Kreis von Priestern Tebartz-van Elst einen autoritären Führungsstil vor. Im Sommer dieses Jahres reichte es dann auch der Basis: Mehr als 4.000 Menschen unterzeichneten einen offenen Brief gegen die Amtsführung des Bischofs. Im Bistum Limburg, das sich auf Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz erstreckt, leben etwa 650.000 Katholiken. (gho/bod/dpa)

Zur Person: Wolfgang Rösch

Papst Franziskus hat den designierten Limburger Generalvikar und Wiesbadener Stadtdekan Wolfgang Rösch (54) mit der vorübergehenden Leitung des Bistums Limburg beauftragt. Rösch war erst Anfang Oktober zum neuen Generalvikar berufen worden, er sollte dieses zentrale Amt am 1. Januar 2014 übernehmen und dann den bisherigen Generalvikar Franz Kaspar ablösen. Mit der Entscheidung des Papstes wird dieser Schritt nun mit sofortiger Wirkung vorgezogen. Rösch stammt aus Wiesbaden und wuchs mit drei Brüdern in Erbach im Rheingau auf. Nach dem Abitur und Wehrdienst studierte er zunächst fünf Jahre Maschinenbau in Darmstadt und anschließend Philosophie und Theologie in Frankfurt und Rom. Der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann weihte Rösch im Jahr 1990 in Rom zum Priester. Rösch kehrte nach Limburg zurück und wurde Kaplan in Wetzlar, später in Hadamar. Nach weiteren Seelsorge-Stationen berief ihn der damalige Limburger Bischof Franz Kamphaus 1997 zum Leiter des Priesterseminars in Limburg. 2003 bis 2010 war er Pfarrer in den Königsteiner Pfarreien, anschließend leitender Pfarrer in Wiesbaden. (KNA)

Hintergrund

Gegen den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sind in den vergangenen Wochen viele Anschuldigungen laut geworden. Seit seinem Amtsantritt im Januar 2008 hat sich der Oberhirte einigen Ärger eingehandelt. Zentral sind drei Vorwürfe: - Diözesanes Zentrum: Unter enormen Druck ist der Bischof wegen seines millionenteuren Amtssitzes geraten. Ursprünglich waren für Um- und Neubau 2,5 Millionen Euro angesetzt, später 5,5 Millionen Euro. Mittlerweile werden die Kosten auf mehr als 31 Millionen Euro beziffert - und der Bischof wird wegen angeblicher Prunksucht angeprangert. Nach Angaben des Vermögensverwaltungsrats hatte Tebartz-van Elst teure Sonderwünsche. Dem Geistlichen wird auch vorgeworfen, die Kosten für seinen Dienstsitz systematisch verschleiert zu haben. Eine von der Deutschen Bischofskonferenz berufene Kommission untersucht seit dem 18. Oktober die Vorwürfe. - Strafbefehl: Die Hamburger Staatsanwaltschaft stellte Strafantrag gegen Tebartz-van Elst, weil er unter Eid zu einem teuren Flug nach Indien falsch ausgesagt haben soll. Ihm wird vorgeworfen, eine falsche Erklärung über ein Upgrade in die First-Class gemacht zu haben. Das Amtsgericht Hamburg hat noch nicht entschieden, ob es Strafbefehl erlässt. Parallel prüft die Staatsanwaltschaft Limburg, ob sie nach mehreren Anzeigen ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue gegen Tebartz-van Elst einleitet. - Amtsführung: Der Kirchenmann steht in seinem Bistum wegen seines Führungsstils in der Kritik. Mehrere Priester warfen dem Bischof bereits 2010 einen autoritären Kurs vor. In ihrem Schreiben soll von "klerikalem Dünkel", vom "Abtauchen der Kirchenleute" und von "selbstverliebten Ritualen" die Rede gewesen sein. Auch Ende August 2013 wendeten sich Gläubige gegen Tebartz-van Elst: Frankfurter Katholiken sprachen in dem offenen Protestbrief von einer Vertrauenskrise, Widerspruch im Bistum dürfe nicht verboten sein. (meu/dpa)

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