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Kirchenhistoriker sieht "großes Versäumnis" in ÖAK-Papier

Theologe warnt vor neuen Kirchenspaltungen wegen Abendmahlsfrage

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Nachaufnahme von Hostien in einem Korb und Hände, in denen eine Hostie liegt.
Berlin - Es sei problematisch, eine Kommuniongemeinschaft mit Christen anderer Konfession zu fordern, "weil man es so will": Der Theologe Anselm Schubert hat in der Diskussion über eine gemeinsame Feier der Eucharistie vor neuen Kirchenspaltungen gewarnt.

Der Erlanger Theologe Anselm Schubert hat mit Blick auf die Diskussion in den Kirchen über eine gemeinsame Feier von Abendmahl oder Eucharistie davor gewarnt, neue Kirchenspaltungen zu riskieren. Bemühungen um eine ökumenische Gemeinschaft dürften nicht dazu führen, die Gemeinschaft mit der eigenen Kirche zu gefährden, sagte der evangelische Kirchenhistoriker am Samstag bei einem digitalen Treffen der ökumenisch Interessierten und Ökumenebeauftragten in Berlin und Brandenburg. Insofern sei es problematisch, eine Kommuniongemeinschaft mit Christen anderer Konfession zu fordern, "weil man es so will".

Zu dem vom Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) im September 2019 vorgelegten Votum "Gemeinsam am Tisch des Herrn" sagte Schubert, er teile dessen Anliegen, könne sich ihm aber trotzdem "nicht anschließen". Die Theologen vertreten in dem Papier die Ansicht, die "wechselseitige Teilnahme an den Feiern von Abendmahl/Eucharistie in Achtung der je anderen liturgischen Traditionen" sei "theologisch begründet". Dagegen wandte sich die Römische Glaubenskongregation und betonte, dass die Unterschiede im Eucharistie- und Amtsverständnis von Katholiken und Protestanten "noch so gewichtig" seien, dass sie eine Teilnahme katholischer und evangelischer Christen an der Feier der jeweils anderen Konfession derzeit ausschlössen.

Schubert wertete es als "großes Versäumnis" des ÖAK-Papiers, dass es das katholische Kirchenverständnis und den damit verbundenen Wahrheitsanspruch nicht hinreichend berücksichtige. Insofern sei die vatikanische Kritik berechtigt, dass der Argumentation der Theologen letztlich ein evangelisches Verständnis von Kirche zugrunde liege. Man müsse aber "die Selbstwahrnehmung des ökumenischen Partners ernstnehmen". Er persönlich, so Schubert, bedaure, dass die katholische Kirche eine Einladung an alle Getauften zur Kommunion noch nicht ausgesprochen habe. "Ich kann aber die Gründe dafür verstehen", fügte er hinzu. (KNA)

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