Theologin: "Selbstverständlich" hätte Gott auch Frau werden können
Nach Auffassung der evangelischen Theologin Dorothea Wendebourg hätte Gott "selbstverständlich" auch als Frau Mensch werden können. "Das Entscheidende am menschgewordenen Gott ist, dass er für die gesamte Menschheit steht, die er als gesamte erlösen will", sagte die emeritierte Berliner Kirchenhistorikerin am Dienstag der Evangelischen Nachrichtenagentur "idea". Damit unterstützt sie die katholische Theologin Dorothea Sattler, die in der vergangenen Woche betont hatte, dass Jesus auch eine Frau hätte sein können.
Geschlecht spielt erst jetzt eine Rolle
Gott habe sich bei seiner Menschwerdung zwischen den Geschlechtern entscheiden müssen, so Wendebourg weiter. Dass Jesus männlich war, habe seinen Ursprung in der Zeit, in der er geboren wurde. Wie auch Sattler ist Wendebourg der Ansicht, dass die damaligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen als Mann schlicht besser gepasst hätten.
Die Münsteraner Theologin Sattler hatte in der vergangenen Woche im Interview gesagt, mit Blick auf die Erlösungslehre im Christentum spiele das Geschlecht Jesu keine Rolle: "Da ging es immer um die Menschwerdung Gottes, nicht um sein Mannwerden", so Sattler. Die Betonung des Geschlechts sei ein neues Phänomen. (mpl)