Umstrittener Altar-Umbau in Weingarten: "Weitere Gespräche folgen"
Der Streit um die geplante Neugestaltung des Altarraums in der Basilika von Weingarten im Landkreis Ravensburg geht weiter – trotz einer mehrstündigen Informations- und Diskussionsveranstaltung am Mittwochabend. Pfarrer Ekkehard Schmid und der Kirchengemeinderat wollen einen neuen Altar, doch eine Initiative will den historischen, barock anmutenden Altar von 1931 unbedingt erhalten – dafür wurden in einer Petition mehr als 5.800 Unterschriften gesammelt.
Auf Einladung des Kirchengemeinderats kamen am Mittwochabend zahlreiche Gläubige und Bürger in die Basilika, um sich dort über die Pläne für den neuen Altar zu informieren. Befürworter und Kritiker kamen zu Wort, es moderierte der Ravensburger Bundestagsabgeordnete Axel Müller (CDU). Das Ergebnis? "Weitere Gesprächsformate folgen, bevor der Kirchengemeinderat deren Ergebnisse als Votum an den Bischof weitergibt, der letztendlich entscheidet", teilte die Diözese Rottenburg-Stuttgart am Donnerstagnachmittag mit. Bischof Klaus Krämer ist seit Dezember 2024 im Amt.
Kosten aktuell bei 175.000 Euro
Die Kirchengemeinde Sankt Martin hatte 2024 in Abstimmung mit der Diözese einen Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Altarraums der Weingartner Basilika ausgelobt. Der Entwurf des österreichischen Bildhauers Albrecht Zauner gewann. Das Projekt wird von der Kirchengemeinde finanziert. Die Kosten für die Neugestaltung belaufen sich den aktuellen Angaben zufolge für Ambo, Altar, Sitzgelegenheiten im Altarraum (Sedilien), Tabernakel- und Reliquienstele inklusive Künstlerhonorar auf 175.000 Euro, wovon 100.000 Euro bereits durch langjährige, zweckgebundene Rücklagen zur Verfügung stünden.
"Die Gültigkeit der Entscheidung des Kirchengemeinderats für Zauners Entwurf bestätigte die Diözese", hieß es jetzt in der Mitteilung des Bistums. Diözesanbaumeister Thomas Schwieren habe sich hinter das Urteil der diözesanen Kunstkommission gestellt, dass es sich um einen "ikonographisch und theologisch gelungenen Entwurf" handele.
Heilig-Blut-Reliquie im Fokus
Zauner greife in seinem Entwurf auf historische Gegebenheiten zurück, wenn er für die im Altar aufbewahrte Heilig-Blut-Reliquie in einer Stele vor dem nördlichen Seitenaltar, wo sie von 1724 bis 1731 aufbewahrt wurde, einen zweiten, intimeren Ort zur Verehrung vorsehe. Auch der neue Altar enthalte wie der bisherige einen Schrein, in dem die Reliquie in der Regel zu sehen sei. Sie enthält der Legende nach mit dem Blut Christi vermischte Erde. Zauner hatte bereits erklärt, der Fokus liege nach wie vor auf der Reliquie, die im schlichten, weißen Altar besser sichtbar sein werde als im rötlichen Altar von 1931.