Verfahren gegen Kita eingestellt
Das Bistum Mainz zeigte sich erleichtert. "Wir sind froh, dass sich die schlimmsten im vergangenen Sommer geäußerten Vorwürfe nicht bestätigt haben", sagte Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann. Die wegen des Verdachts auf sexuelle Übergriffe unter Kindern im Juni 2015 vom Bistum geschlossene katholische Kindertagesstätte soll mit neuem Personal im Oktober wieder öffnen.
Unbewusst suggestiv beeinflusste Fragen
Die Staatsanwaltschaft betonte, in den vergangenen Monaten seien 91 Personen vernommen worden, darunter Eltern, Erzieherinnen und Kinder. Dabei seien keine Beweise dafür gefunden worden, dass es tatsächlich zu den berichteten gravierenden sexuellen und gewalttätigen Verhaltensweisen zwischen den Kindern gekommen sei. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die erhobenen Vorwürfe letztlich "auf unbewusst suggestiv beeinflussten Befragungen von Kindern durch ihre Eltern und dem interpretierenden Austausch von dabei gewonnenen Informationen zwischen Eltern beruhen", so die Staatsanwaltschaft.
Gleichzeitig hätten die Ermittlungen ergeben, dass es in der Kita unter den Kindern zu Schlägen, Schubsen und Beleidigungen kam. Bei "alterstypischen kindlichen Verhaltensweisen" hätten sich Kinder freiwillig ausgezogen oder es sei ihnen die Hose von einem anderen Kind heruntergezogen worden. Anhaltspunkte für Gewalt oder Zwang hätten sich hier aber nicht ergeben, so die Behörde. (KNA)