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Nach zweieinhalb Jahren bekommt Limburg einen neuen Bischof

"Versöhnung braucht Zeit"

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Limburg - Die Zeit, in der ein neuer Bischof angesichts vieler offener Wunden im Bistum Limburg hätte "verbrannt" werden können, ist offenbar vorbei. Am Sonntag stehen mit der Bischofsweihe die Zeichen auf Neustart.

"Diese Ordnung dient dem Ziel, dass Bischof, Priester, Diakone und Laien in synodalen Gremien einen gemeinsamen Weg suchen, um den Heilsauftrag Christi in der Kirche entsprechend den Anforderungen unserer Zeit zu erfüllen." So steht es in der Präambel der Synodalordnung des Bistums Limburg. Man hält sich dort viel zugute auf diese bereits fast 50 Jahre geltende Ordnung. Der Begriff Synode leitet sich her vom griechischen Wort "synodos" und bedeutet gemeinsamer Weg, Zusammenkunft. Was aber, wenn der Bischof nicht mitgeht?

"System Kirche" infrage gestellt

So geschehen in der Zeit des vor zweieinhalb Jahren - am 26. März 2014 - von seinem Limburger Bischofsamt zurückgetretenen Franz-Peter Tebartz-van Elst. Viele im Bistum empfanden seine Amtsführung als autoritär, empörten sich über die enorm gestiegenen Kosten für das unter seiner Regie errichtete Bischofshaus auf dem Domberg in Höhe von letztlich 31 Millionen Euro und über die Verschleierung dieser Kosten. Papst Franziskus musste damals feststellen, im Bistum Limburg sei es zu einer Situation gekommen, die eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes durch Tebartz-van Elst verhindere.

Wolfgang Rösch übernimmt als Generalvikar die Amtsgeschäfte im Bistum Limburg.
Wolfgang Rösch übernahm als Generalvikar die Amtsgeschäfte im Bistum Limburg.

Bei vielen im Bistum war es um das Vertrauen ins Bischofsamt geschehen, nicht wenige stellten das "System Kirche" als Ganzes infrage, kirchliche Mitarbeiter sprachen von Verletzungen und Angstgefühlen, die Zahl der Kirchenaustritte schnellte in die Höhe. Seitdem gilt es, Vertrauen zurückzugewinnen, das Bistum zur Normalität zurückzuführen. Das ist inzwischen in einem hohen Maß gelungen. Gelungen vor allem dank des vom Papst am Tag des Rücktritts von Tebartz-van Elst als Übergangsverwalter für das Bistum eingesetzten Weihbischofs Manfred Grothe und seines Ständigen Vertreters, Domkapitular Wolfgang Rösch.

Seit dem Rücktritt von Tebartz-van Elst hieß es immer wieder, dass ein neuer Bischof nicht gleich "verbrannt" werden sollte. Und so war schnell klar, dass es angesichts der mit der Amtszeit von Tebartz-van Elst einhergehenden Verwerfungen lange bis zu einem Neuen dauern würde. Am Sonntag aber nun ist es soweit: Dann wird im Dom zu Limburg der bisherige Trierer Generalvikar Georg Bätzing (55) zum Bischof geweiht und als Oberhirte des Bistums eingeführt.

Themenseite: Der Fall Tebartz-van Elst

Über Monate bestimmten der Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und der Bau am Domberg die mediale Berichterstattung. Am Ende stand der Rücktritt des Oberhirten. Katholisch.de dokumentiert alle wichtigen Stationen des Konflikts.

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Bätzing rechnet damit, dass ihm "das ein oder andere" begegnet, das noch nicht geheilt worden sei. Versöhnung, sagt er, brauche Zeit. Er spricht aber auch davon, bereits vielen Menschen im Bistum begegnet zu sein, die nun nach vorne schauen wollten. "Die Zukunft interessiert die Leute mehr als die Vergangenheit", sagt Bätzing, den Papst Franziskus am 1. Juli zum Bischof von Limburg ernannt hatte.

"Möchte Entscheidungen kollegial treffen"

Immer wieder macht er seither deutlich, wie wichtig ihm das Synodale ist. Als Bischof, sagt er, trage er für alles, was im Bistum geschehe, die Letztverantwortung. Aber: "Ich möchte alle Entscheidungen kollegial treffen." Das kommt gut an in dem Bistum, dem seine Synodalordnung so wichtig ist. Und mit großer Erleichterung wird auch Bätzings Entschluss aufgenommen, die umstrittene Bischofsresidenz zwar als Arbeits-, nicht aber als Wohnsitz zu nutzen. Er könne keinen Bogen um "das Ding" machen, sagt er. Aber von der zu dem Gebäudekomplex gehörenden 283 Quadratmeter großen bischöflichen Privatwohnung will er nichts wissen. Sie passe nicht zu ihm, er wolle seinen Lebensstil nicht umstellen, die Wohnung könne anders sinnvoll genutzt werden. Stattdessen zieht er in ein dem Bistum gehörendes Einfamilienhaus aus den 1950er Jahren. Für den Neustart vermutlich weit mehr als nur eine Randnotiz.

Linktipp: "Segen für uns alle"

Nach dem Rücktritt von Bischof sollte Weihbischof Manfred Grothe in Limburg die Wogen glätten, bis ein neuer Bischof käme. Nun geht Grothe - Zeit für eine Bilanz.

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