Verzicht auf neue Dienst- wohnung
Die eigentliche Bischofswohnung im östlichen Teil sei ebenfalls bezugsfertig und könne zu einem späteren Zeitpunkt oder von Voderholzers Nachfolger entsprechend genutzt werden, erläuterte Fuchs. Der Generalvikar äußerte sich zum Abschluss einer dreijährigen Umbau- und Sanierungsphase, die noch unter Voderholzers Vorgänger Bischof Gerhard Ludwig Müller eingeleitet worden war. Die Baukosten bewegten sich mit 22 Millionen Euro im veranschlagten Rahmen. Davon entfielen 865.000 Euro auf die Dienstwohnung des Bischofs.
Bistumssprecher: Geht nicht darum, Bescheidenheit zu demonstrieren
Ein Mitglied des Diözesansteuerausschusses betonte, sein Gremium sei über die Planungen und Kostenentwicklung stets zeitnah informiert worden. Bistumssprecher Clemens Neck bezeichnete die Wohnungswahl des Bischofs als "reine Geschmacksfrage" ohne politische Absichten. Voderholzer habe damit nicht "Bescheidenheit demonstrieren" wollen. Weil er seinen Haushalt selbst führe, habe er sich für die aus seiner Sicht praktischere von zwei Optionen entschieden. So lägen seine Privaträume jetzt näher an der Bibliothek. Wie die bischöfliche Dienstwohnung künftig genutzt werde, sei Voderholzers Entscheidung.
Die Regensburger Bischöfe waren seit Generationen in dem Gebäude nur provisorisch untergebracht. Während der Sanierung wohnten sie im benachbarten Niedermünster-Pfarramt.
Das ehemalige Niedermünsterstift war erst 2010 im Zuge bayernweiter Ablöseverhandlungen vom Freistaat ins Eigentum der Diözese übergegangen. Wegen schwerer Schäden am Dach, Statikproblemen, fehlender Aufzüge, einer veralteten Heizung, undichten Fenstern und Brandschutzmängeln musste die Immobilie von Grund auf saniert werden. Nun können 130 Bistumsangestellte wieder "in modernen und nachhaltigen Räumen arbeiten", erklärte Fuchs.
Ökologisch und ökonomisch optimale Lösung
Der Bischöfliche Baudirektor Paul Hoeschl sagte: "Wir haben ein funktional gut geordnete und barrierefreies Haus, das für die Zukunft gut gerüstet ist." Der Amberger Bauingenieur Markus Brautsch sagte, Ziel sei gewesen, mit sparsamstem Kapitaleinsatz eine ökologisch und ökonomisch optimale Lösung zu finden. So sei der Betrieb der neuen Heizung zwar 1.000 Euro im Jahr teurer als bisher. Zugleich würden aber 70 Prozent weniger Kohlendioxidausstoß verursacht. Dies sei ein erheblicher Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung. (KNA)