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"In Ehrlichkeit und Offenheit miteinander reden"

Voderholzer sieht Annäherung der Kirchen bei Eucharistieverständnis

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Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer im Porträt.
Regensburg - Das Eucharistieverständnis trennt Katholiken und Protestanten. Hier habe sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges bewegt, findet der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Nun müsse man offen und ehrlich an den weiteren Fragen arbeiten.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sieht eine Annährerung im Eucharistieverständnis zwischen katholischer und evangelischer Kirche. "Wir sind hier auf einem Weg zueinander", sagte er beim "Regensburger Religionsgespräch", wie das Bistum am Sonntag auf seiner Homepage berichtete. Bei der Veranstaltung referierten katholische und evangelische Theologen über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Eucharistielehre.

In den vergangenen Jahrzehnten habe es einige Beispiele für eine gegenseitige Annäherung gegeben, so Voderholzer. So sei die katholische Kirche im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in der konkreten Gestalt der Eucharistiefeier in vielen Punkten den kritischen Anmerkungen Martin Luthers entgegengekommen. Das gelte beispielsweise für die Gabe der Eucharistie in beiden Gestalten oder die Feier der Eucharistie in der Muttersprache. Umgekehrt sei die Häufigkeit, mit der das Abendmahl in evangelischen Gottesdiensten gefeiert wird, deutlich gestiegen. In Zukunft müsse die Frage nach dem konstitutiven Charakter der Eucharistie für die Kirche behandelt werden: "Wir müssen in Ehrlichkeit und Offenheit miteinander reden", sagte Voderholzer.

Beim Kreuz kein Differenzpunkt

Neben dem unterschiedlichen Eucharistieverständnis wurde beim "Regensburger Religionsgespräch" auch über unterschiedliche Aspekte in der Bedeutung des Kreuzes diskutiert. Hier gibt es laut Voderholzer keinen kirchentrennenden Differenzpunkt, lediglich unterschiedliche, auch geschichtlich bedingte Akzente und Stile in der Theologie. Der Regensburger Bischof erinnerte dabei an die gemeinsame Stellungnahme, die er vergangenes Jahr anlässlich des "Kreuz-Erlasses" des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder mit dem evangelischen Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss veröffentlicht hatte. Darin begrüßten Voderholzer und Weiss ausdrücklich die Präsenz von Kreuzen im öffentlichen Raum. Mit Verweis auf die Präambel des Grundgesetzes betonten sie, das Kreuz rufe in Erinnerung, "dass das 'Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen' zu den Grundwerten unseres Gemeinwesens und insbesondere unserer verfassungsmäßigen Ordnung gehört".

Das "Regensburger Religionsgespräch" geht auf das historische Religionsgespräch zurück, das 1541 in Regensburg stattfand. Um die drohende Kirchenspaltung noch zu verhindern, berief Kaiser Karl V. auf protestantischer Seite unter anderem Johannes Calvin und Philipp Melanchthon, auf katholischer Seite etwa Johannes Eck zu einer Disputation in die damalige Reichsstadt. Letztlich scheiterten diese Bemühungen. Anlässlich des Reformationsgedenkens wurde 2017 das Religionsgespräch wieder ins Leben gerufen. (mal)

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