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Münsteraner Altbischof Reinhard Lettmann wird 80 Jahre alt

Volksnah und prinzipientreu

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Der emeritierte Bischof von Münster Rheinhard Lettmann (1933-2013).
Münster - Er gehört zu den wenigen Zeitzeugen, die das Zweite Vatikanische Konzil noch miterlebt haben. Die vor rund 50 Jahren eröffnete Kirchenversammlung (1962-1965), an der er als Stenograf und Platzanweiser teilnahm, prägte den Geistlichen Reinhard Lettmann. Am Samstag wird der frühere Bischof von Münster 80 Jahre alt.

Erst kürzlich feierte Lettmann, der zunächst Weihbischof in Münster war, sein 40-jähriges Bischofsjubiläum. Er nahm am Festgottesdienst im Dom zu Münster teil, obwohl ihn gesundheitliche Probleme dazu zwingen, einen Sauerstoffschlauch zu tragen. Mit einer bewegenden Geste trat er vor die Gemeinde und intonierte a capella den kurzen Lobpreis "Meine Seele preist die Größe des Herrn" - Ausdruck des Dankes für ein erfülltes Leben als Priester und Bischof.

28 Jahre, von 1980 bis 2008, leitete der Bergmannssohn aus Datteln die westfälische Diözese. In die Regie des Bistums war er aber schon viel früher eingebunden. Bischof Joseph Höffner, der spätere Kölner Kardinal, machte Lettmann zunächst zu seinem Privatsekretär - und 1967 mit 34 Jahren zum jüngsten Generalvikar Deutschlands. Papst Paul VI. berief ihn dann 1973 zum Weihbischof, bevor er acht Jahre später die Leitung der Diözese übernahm.

Nichts schönreden

"Bischof Reinhard", wie ihn die Münsterländer gerne nennen, zeichnet eine besondere Mischung aus Volksnähe, Menschenfreundlichkeit und Prinzipientreue aus. Geradlinig, aber nie verbissen und mit einer guten Portion Humor vertrat er seine Positionen. "Besonnenheit ist das Schwierigste im Amt", sagte er in der Rückschau auf sein Wirken als Bischof. "Man kann leichter zu Extremen neigen und so auch leichter in die Presse gelangen."

Die Situation der Kirche redet der Bischof mit dem markant rollenden "R" nicht schön. In den zurückliegenden Jahrzehnten sei das christliche Milieu vielfach weggebrochen. "So kommt es mehr auf die Entschiedenheit des Einzelnen zum Glauben an." Christen sollten sich jedenfalls nicht in Ghettos zurückziehen, sondern die Gesellschaft mitgestalten.

Leidenschaft fürs Heilige Land

In Büchern versucht der Bischof, Suchenden Anregungen zu Besinnung und Gebet zu geben. Ein großes Anliegen ist ihm der Schutz des Lebens. Großen Wert legt er auch auf die Ökumene. Eine besondere Leidenschaft verbindet ihn mit dem Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff: Gemeinsam reisten die Freunde immer wieder ins Heilige Land.

Zu den Höhepunkten in Lettmanns Leben zählen der Besuch von Papst Johannes Paul II. 1987 in Münster und Kevelaer, das 1.200-jährige Bistumsjubiläum im Jahr 2005 sowie die Seligsprechungen der Ordensfrauen Maria Euthymia und Anna Katharina Emmerick, des Priesters Karl Leisner und von Kardinal Clemens August Graf von Galen.

Aber eben auch das Zweite Vatikanische Konzil. Dieses findet er in seiner Bedeutung von vielen Menschen verkannt. "Viele wissen nicht mehr, was vorher war", ärgert sich Lettmann. Beispiel Messfeiern in der Muttersprache: Die Gottesdienste, für die das Konzil den Weg ebnete, berührten das Herz der Menschen doch viel tiefer als die früheren Messen in lateinischer Sprache.

Von Andreas Otto (KNA)

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