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Gabriele Höfling zur Rolle der Frauen in der Kirche

Wann kommt die Fortbildung für die Männer?

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Schachfigur
Bonn - Gabriele Höfling zur Rolle der Frauen in der Kirche

Acht Jahre schon war Angela Merkel erste deutsche Bundeskanzlerin, da setzten sich 2013 auch die deutschen Bischöfe das Ziel, mehr Frauen in kirchliche Führungspositionen zu bringen. Inzwischen hat das konkrete Früchte getragen: Die erste Runde eines entsprechenden Mentoring-Programms ist in dieser Woche abgeschlossen worden. Mit seinen verschiedenen Seminaren und dem Tandem-Konzept von erfahrener Mentorin und jüngerer Mentee ist das Programm sehr durchdacht – ein Vorzeigeprojekt.

An dieser Stelle endet die Lobeshymne jedoch abrupt. So erfolgreich das Mentoring-Programm ist, so überfällig war es auch. Die Bischofskonferenz darf sich auf diesem Erfolg nun keinesfalls ausruhen – denn viele Fragen bleiben offen: Warum kam das Programm erst jetzt? Warum macht gerade einmal gut die Hälfte der Diözesen mit? Was sind weitere Schritte der Frauenförderung? Und, ja: Wie glaubwürdig verhält sich die Kirche gegenüber den Frauen, wenn sie sie einerseits fördern will, ihnen aber andererseits eines der zentralen Sakramente, die Weihe, und damit den Zugang zu DEN wichtigsten kirchlichen Ämtern verweigert?

Angesichts von Geschichte und Struktur der katholischen Kirche als "Männerverein" stellt sich zudem die Frage, ob statt nur bei den Frauen nicht auch beim männlich dominierten Umfeld angesetzt werden müsste. Kardinal Marx hat zum Abschluss des Mentoring-Programms jetzt freimütig eingeräumt, noch in seiner Zeit als Trierer Bischof habe er eine Frau an der Spitze des Seelsorgeamtes einer Diözesanverwaltung für undenkbar gehalten — da muss frau doch schlucken. Wenn das noch vor zehn Jahren sogar für den heutigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz galt, dann liegt es zumindest nahe, dass in dem einen oder anderen männlichen Kirchenkopf auch heute noch Vorurteile abzubauen sind. Gerade daran sollte die Kirche künftig hartnäckig arbeiten: Wie wäre es also mit einer weiteren Fortbildung — aber diesmal für männliche Führungskräfte?

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