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Ein deutscher Konflikt schwappt nach Rom

Was denken die Pilger?

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Rom - Ein deutscher Konflikt schwappt nach Rom: Spätestens seit sich mit Erzbischof Robert Zollitsch, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, und dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst gleich zwei deutsche Bischöfe in der Stadt aufhalten . Sowohl Zollitsch als auch Tebartz-van-Elst wollen dem Papst ihre Sicht der Dinge schildern. Doch nicht nur Franziskus beschäftigt sich mit der "Affäre von Limburg", auch den deutschen Pilgern in der ewigen Stadt ist die Diskussion durchaus bekannt.

Im Bus Richtung Vatikan ist Marina Nöte, 23-jährige Studentin aus Herzogenaurach, unterwegs. "Dass Tebartz-van Elst jetzt auch spontan nach Rom gereist ist, sieht schon ein wenig danach aus, als wollte er Erzbischof Zollitsch zuvorkommen", findet sie. "Ich bin gespannt, wie der Papst reagiert." Dass der Limburger Bischof trotz der Widerstände in seinem Bistum im Amt bleibt, wäre aus ihrer Sicht keine gute Lösung: Ein Bischof habe eine Vorbildfunktion, die er nicht länger erfüllen könne. "Außerdem muss endlich wieder Ruhe im Bistum Limburg einkehren." – Und das gehe eben nur ohne Tebartz-van Elst, ist die junge Frau mit dem grünen T-Shirt und der zierlichen Kette mit Kreuzanhänger überzeugt.

Rainer Baier ist mit seiner Pilgergruppe aus der Kirchengemeinde St. Elisabeth in Eschwege gerade auf dem Weg zum Petersplatz. Auch auf ihn macht die kurzfristige Reise des Bischofs nach Rom keinen guten Eindruck: "Als wollte er etwas wieder gut machen, was er vorher verbaselt hat", meint Baier.

Pilger während der Generalaudienz bei Papst Franziskus. Sie sind der Meinung, dass der Limburger Bischof dem Image der Kirche schadet.

Außenstehende könnten fatales Urteil fällen

Janina Willner-Liesen (52) und Erika Will (56) sind mit einer Gruppe der Seelsorgeeinheit Veringen in Baden-Württemberg nach Rom gekommen. Nachdenklich sitzen sie auf ihren Plastikstühlen in der Menge, die auf die Generalaudienz des Papstes wartet. Beide fürchten, aus den derzeitigen negativen Schlagzeilen könne der Kirche ein Image-Schaden erwachsen. "Dieser eine Bischof ist mehr im Bewusstsein als 1.000 andere Bischöfe, die Gutes tun und ihr Amt gut ausfüllen", diagnostiziert Janina Willner-Liesen. Außenstehende, die nicht viel über die Kirche wissen, könnten ein fatales Urteil fällen: "Sie denken möglicherweise: Wenn ein Kirchenmann so ist, dann sind wohl alle so." Auch für Jakob Zäch, der mit einer Gruppe Ministranten aus der Schweiz nach Italien gereist ist, passt der teure Bau in Limburg nicht so recht mit dem Ziel einer bescheidenen Kirche zusammen.

Für einen Dresdener Studenten (der seinen echten Namen lieber nicht im Internet lesen will) hat der Skandal aber noch eine andere Dimension. Er kann das Ausmaß des Medienhypes um den Limburger Bischof nicht nachvollziehen: "Die Debatte ist überhitzt und wird meiner Meinung nach auch nicht ganz ehrlich geführt", sagt er. Der 23-Jährige hat den Eindruck, manche Medien seien darum bemüht, das Thema am Köcheln zu halten: "Es gibt täglich neue Artikel, viel Neues steht da aber oft nicht drin."

Der Student sieht in der Debatte auch eine Doppelmoral: "Eigentlich wünscht sich doch jeder ein großes Auto – aber von einem Bischof wird davon ausgegangen, dass er einen alten Golf fährt." Die Demut und Bescheidenheit, die viele von der Kirche erwarten, werde in anderen Bereichen, in Politik und Gesellschaft, überhaupt nicht gelebt. Auch, was den Limburger Domberg angeht, greift ihm die Debatte zu kurz: "Es wird hier nur noch von einem Protzbau gesprochen. Dass aber trotz aller hohen Kosten eine Sanierung stattgefunden hat, von der letztlich auch die Stadt profitiert, wird nicht mehr erwähnt."

Von Gabriele Höfling

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