Weihbischof Puff für bundesweiten Lockdown – Gottesdienste beibehalten
Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff spricht sich für einen bundesweiten Lockdown aus – allerdings nicht für Gottesdienste. In seinem Nachtgebet im Kölner "Domradio" sagte er am Mittwoch, dass er sich einen härteren Lockdown mit Wechselunterricht in Schulen und einem nächtlichen Ausgehverbot wie in Bayern für ganz Deutschland wünsche. Gegenüber katholisch.de betonte er aber am Donnerstag, dass er mit einer Einschränkung der persönlichen Freiheiten aber keine Einschränkung von Gottesdiensten meine, "die unbedingt beibehalten werden müssen".
Mit seinen Forderungen beziehe er sich ausschließlich auf eine Einschränkung von persönlichen Freiheiten. Gottesdienste dagegen seien eine öffentliche, keine persönliche Sache. "Gottesdienste müssen weiter stattfinden und dürfen in keiner Weise eingeschränkt werden", so Puff weiter. "Sie sind für viele Menschen genauso lebensnotwendig wie das einkaufen gehen. Ohne Gottesdienste verhungern die Seelen der Menschen!"
Gebet um Mut für Politiker
In seinem Impuls für das "Domradio" hatte der Weihbischof erklärt, er sei bereit, seine persönliche Freiheit einschränken zu lassen, "denn die persönliche Freiheit endet da, wo andere in Gefahr geraten". Zudem forderte er "Transparenz, Augenmaß und Konsequenz". Er bete für Politiker, dass sie den Mut haben mögen, unbequeme Entscheidungen zu treffen, sowie "für uns alle, dass wir bereit sind, unsere Freiheiten zurückzunehmen, um andere zu schützen".
Im Erzbistum Köln können derzeit in Einklang mit der Corona-Schutzverordnung des Landes öffentliche Gottesdienste mit bis zu 250 Personen in Kirchen und bis zu 500 Personen im Freien gefeiert werden, sofern Abstands- und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Dabei ist auch Gemeindegesang erlaubt, allerdings soll dessen Dauer fünf Minuten bei einem 60-minütigen Gottesdienst nicht überschreiten (zehn Minuten bei einer Deckenhöhe ab zehn Meter).
Ansgar Puff ist seit 2013 Weihbischof im Erzbistum Köln und seit 2015 Bischofsvikar für die Armen und die Caritas. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er stellvertretender Vorsitzender der Caritaskommission. Im "Domradio" der Erzdiözese betet er von Montag bis Freitag jeden Abend um 22 Uhr ein Nachtgebet. Bereits im August hatte er beklagt, dass viele Menschen den "Respekt vor Corona" verloren hätten. (fxn)