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Haushaltsbilanz vorgestellt

Weniger Kirchensteuer – Erzdiözese München bangt nicht um Zukunft

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München - Lang war er angekündigt, nun ist der Moment da: Auch im Erzbistum München und Freising gehen die Einnahmen aus der Kirchensteuer zurück. Für die Menschen will die Kirche aber weiter da sein – und Schwerpunkte setzen.

Die Zahlen sind immer noch groß, doch die Spielräume werden kleiner: Die Erzdiözese München und Freising hat 2025 rund 630 Millionen Euro an Kirchensteuermitteln eingenommen. Das sind 15 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor, wie Finanzdirektor Markus Reif am Donnerstag in München bei der Haushaltspressekonferenz des Erzbistums bekanntgab. Insgesamt beliefen sich die Erträge demnach auf rund 920 Millionen Euro.

Ausschlaggebend dafür seien unter anderem Zuschüsse der öffentlichen Hand in Höhe von 148 Millionen Euro. Diese habe das Erzbistum vor allem für den Betrieb von Schulen, den Religionsunterricht an staatlichen Schulen und den Betrieb der diözesanen Kindertagesstätten erhalten.

Generalvikar zuversichtlich

Dem Stellvertreter des Erzbischofs, Generalvikar Christoph Klingan, ist trotz knapper werdender Ressourcen nicht bange um die Zukunft. Mit vorausschauendem Handeln werde es gelingen, weiter für die Menschen da zu sein.

Weniger werdende Kirchenmitglieder und aktuelle wirtschaftliche Krisen nannte Klingan als Gründe für die Entwicklung. Beides werde auf lange Sicht zu einem Rückgang der Kirchensteuer, der Basis der Einkünfte, führen. Daneben stiegen die Ausgaben durch Inflation und höhere Kosten beim Bauen, dem Unterhalt für Gebäude, den Gehältern und der Altersvorsorge. Die Erzdiözese habe aber den Anspruch, dort präsent zu bleiben, wo Menschen Gott suchten oder Hilfe bräuchten. Als Beispiel nannte Klingan die Telefonseelsorge. Und weiter: "Es geht nicht um Rückzug aus der Fläche."

Das Erzbistum München und Freising hat 2025 15 Millionen Euro weniger an Kirchensteuer eingenommen als im Jahr zuvor.

Die Amtschefin des Erzbischöflichen Ordinariats, Stephanie Herrmann, ergänzte, die Zukunft der Kirche liege in den Menschen, die sich zum Wohle der Gesellschaft engagierten. Zugleich werde in Bildung investiert. So besuchten über 11.000 Kinder eine der 25 Schulen in Trägerschaft der Erzdiözese, für das Schuljahr 2025/26 seien die Anmeldungen im Schnitt um zehn Prozent gestiegen.

Wie der Finanzchef weiter erläuterte, standen den Erträgen 2025 Aufwendungen in Höhe von 897 Millionen Euro gegenüber (2024: 836 Millionen Euro). Dabei entfiel der Löwenanteil mit 376 Millionen Euro auf das Personal in Seelsorge und Bildung. Auch ein Großteil der regulären Haushaltszuschüsse an die Kirchenstiftungen in Höhe von 127 Millionen Euro habe dazu gedient, Personalkosten zu decken. Das Jahresergebnis der Erzdiözese sei im Vergleich zum Vorjahr fast um die Hälfte gesunken, von 146 Millionen auf rund 74 Millionen Euro.

Ausgeglichener Haushalt

Dank Rücklagen sei das Bilanzergebnis 2025 wieder ausgeglichen, so Reif. Die Bilanzsumme beträgt demnach rund 4,1 Milliarden Euro und hat sich um etwa 74 Millionen Euro erhöht. Die Sachanlagen beliefen sich auf eine Höhe von etwa 1,6 Milliarden Euro, was einem Plus von 15 Millionen Euro gegenüber 2024 entspreche. Den größten Anteil machten mit an die 1,4 Milliarden Euro die Grundstücke aus. Die in der Bilanz angeführten Finanzanlagen hätten sich durch Umschichtungen aus dem Umlaufvermögen um rund 200 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro erhöht.

Für 2026 plant die Erzdiözese mit Erträgen in Höhe von 868 Millionen Euro, wie Reif ausführte. Diese seien niedriger als die mit 927 Millionen Euro angesetzten Aufwendungen. Für einen Teil seien in den vergangenen Jahren bereits zweckgebundene Rücklagen gebildet worden. Größter Aufwandsposten blieben im laufenden Jahr mit 378 Millionen Euro die Personalkosten. (KNA)

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