"Wer glaubt, ist nicht allein"
Seit 65 Jahren erfahren Kinder und Jugendliche in der Diaspora in diesen Tagen christliche Gemeinschaft und lernen biblische Geschichten kennen – sei es durch Spiele oder konkrete Bibelarbeit.
Alexandra Eckert ist seit elf Jahren dabei. Inzwischen ist die 17-Jährige nicht mehr Teilnehmerin, sondern Betreuerin für die Kinder. "Wir versuchen, den Kindern das Thema der RKW näherzubringen und unseren christlichen Glauben verständlicher zu machen", sagt die Schülerin. "Das können auch schwierige Themen sein, wie bei der RKW vor zwei Jahren, als es ums Sterben ging."
Diesmal dreht sich alles ums Thema "Wer glaubt, ist nicht allein." - eine Botschaft, die Kinder, besonders in der Diaspora, in ihrem Glauben bestärken soll. Unterstützt werden die Religiösen Kinderwochen dabei - wie jedes Jahr - vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken.
"Durch die Religiöse Kinderwoche können katholische Kinder ihren Glauben in Gemeinschaft unter Gleichaltrigen erleben", sagt Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerks. "In der Diaspora in Ostdeutschland ist das ein wirkliches Geschenk. Denn im Alltag ist ein katholisches Kind mit seinem Glauben oft alleine und vermisst die Gemeinschaft."
Mit Onesimus die Bibel entdecken
Die meisten der gleichaltrigen Freunde und Schulkameraden sind hier in Ostdeutschland weder getauft noch gehören sie einer anderen Religionsgemeinschaft an. "In solch einer Atmosphäre den christlichen Glauben an Kinder und Jugendliche weiterzugeben, ist eine besondere Herausforderung für Eltern und Verantwortliche", so Austen weiter. "Die RKW ist ein wertvoller Weg, sich dieser Herausforderung zu stellen. Das Bonifatiuswerk möchte, dass der Glaube in der Diaspora erlebt wird und eine Zukunft hat."
Durch die Religiöse Kinderwoche können katholische Kinder ihren Glauben in Gemeinschaft unter Gleichaltrigen erleben
Georg Austen
Benno Saberniak ist dankbar für diese Unterstützung. "Mit vier Euro pro Kind und Tag werden wir unterstützt. Ohne dieses Geld könnten wir die RKW gar nicht machen", sagt der Gemeindereferent der Löbauer Pfarrgemeinde. 15 Kinder und 5 jugendliche Betreuer nehmen hier an der RKW teil.
Deutschlandweit sind es dieses Jahr rund 17.000 Kinder, die sich eine Woche lang mit Onesimus und Paul beschäftigen. Onesimus, der als entlaufener Sklave vom Apostel Paulus getauft worden ist, begleitet zusammen mit dem 10-jährigen Paul als Leitmotiv die Kinder durch die Aktivitäten der fünf Tage der RKW.
Wer glaubt, lebt in Gemeinschaft - durch Jesus Christus mit Gott und untereinander. So möchte die RKW 2013 Kinder darin bestärken, dass ihr Weg als Christ ein guter und richtiger Weg ist. Diese Bestärkung macht den Kindern vor allem Freude. "Es macht Spaß und hier sind viel mehr Kinder als im Religionsunterricht", sagt Maximilian Henke. Der 12-Jährige nimmt zum sechsten Mal an der RKW in Löbau teil. Im Alltag ist er alleine, was den Glauben angeht. Maximilian ist das einzige katholische Kind in seiner Klasse.
Zeugnis des gelebten Glaubens
Monsignore Austen sieht in den RKWs in Ostdeutschland auch eine Chance, dass Kinder und Jugendliche, denen der Glaube fremd ist, den katholischen Glauben kennenlernen. "Nicht selten nimmt ein Kind seinen nicht-christlichen Freund mit auf diese religiöse Ferienfreizeit. Eine schönere Art und Weise, den Glauben ungetauften Kindern erfahrbar vorzuschlagen, ihnen die Chance zu geben, das Evangelium für ihr Leben zu entdecken, gibt es kaum", sagt Austen.
Das Bonifatiuswerk fördert die RKWs in den Bistümern Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg sowie in den Ostteilen der Erzdiözesen Hamburg und Berlin jedes Jahr mit rund 450.000 Euro. Monsignore Austen: "Wir fördern gerne diesen missionarischen Weg und sind dankbar für die Spenden der Katholiken in ganz Deutschland, die dieses Zeugnis gelebten Glaubens erst möglich machen".
Von Markus Kremser
Weitere Hinweise zu den religiösen Kinderwoche gibt es hier.