Wichtiger Einsatz für die Ökumene
Der frühere Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Johannes Friedrich, sagte in seiner Laudatio, Kasper habe sich damit um die Kultur in Deutschland verdient gemacht. Der Kardinal verstehe sehr viel von den Glaubenskategorien und Voraussetzungen der anderen christlichen Konfessionen, deshalb sei er "ein für die Ökumene so wichtiger Theologe". Auf Kaspers Wort sei immer Verlass gewesen. Er habe nicht hier so und dort anders geredet.
Kasper sei der traditionellen katholischen Lehre fest verbunden und suche von daher Ansatzpunkte zu einem echten ökumenischen Gespräch, erklärte Friedrich. Der Kardinal handle nach der Maxime: "ich vertraue darauf, dass der andere all sein Reden und Tun mir gegenüber nach bestem Wissen und Gewissen verantwortet vor Gott und nach seiner Auslegung der Bibel."
Preisgeld geht an eine Stiftung
Der Preisgeld will der Kardinal der nach ihm benannten Stiftung zur Verfügung stellen, wie er bereits am Vortrag vor Journalisten in München sagte. Diese setzt sich dafür ein, die Theologie und das Lebenswerk von Kasper in der Kirche lebendig zu halten. Kasper sagte außerdem, er sei über die Auszeichnung überrascht gewesen. Zugleich aber habe er sich gefreut, dass Ökumene als Teil der Kultur gesehen werde.
Der Festakt fand unter der Schirmherrschaft von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) statt. Frühere Preisträger waren unter anderen der Dirigent Daniel Barenboim, der Politiker Klaus Töpfer und der Schauspieler Peter Ustinov. Ein Ehrenpreis in Höhe von 5.000 Euro ging an Felix Finkbeiner. Der 15-jährige Schüler gründete 2007 die Initiative "Plant-of-the-planet". Darin unterstützen Jugendliche das Ziel der Vereinten Nationen, mindestens eine Milliarde Bäume zu pflanzen, um der weltweiten Erwärmung entgegenzuwirken.