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Das Limburger Domkapitel räumt in der Äffare um Bischof Tebartz-van Elst eigenes Versagen ein

"Wir bitten um Verzeihung"

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Limburg - Das Limburger Domkapitel hat sich erstmals öffentlich zu seiner Rolle während der zu Ende gegangenen Amtszeit von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst geäußert und eigenes Versagen eingeräumt. "Mit großem Bedauern stellen wir fest, dass wir Hoffnungen enttäuscht und ein in diesem Ausmaß nie gekanntes Ärgernis mit zu verantworten haben", heißt es in der am Freitagmittag veröffentlichten Erklärung.

Die fünf Mitglieder des Domkapitels listen in dem Dokument zahlreiche eigene Fehler und Versäumnisse auf, für die sie die Gremien und die Gläubigen des Bistums um Verzeihung bitten. "Wir bekennen, dass in einer Zeit, in der Machtmissbrauch und Vertrauensverlust das Bistum immer mehr in einen Ausnahmezustand gebracht haben, uns der Freimut im Umgang und der Mut zum Handeln fehlten", schreiben die Domkapitulare Johannes zu Eltz, Günther Geis, Thomas Löhr, Gereon Rehberg und Helmut Wanka.

Unter anderem übernehmen die Mitglieder des Domkapitels in der Erklärung die Verantwortung für die Initiative zum Bau des umstrittenen Bischofshauses auf dem Limburger Domberg. Die Vorentscheidung des Domkapitels für den Bau in den letzten Jahren der Amtszeit von Tebartz-van Elst-Vorgänger Franz Kamphaus habe das Bistum "faktisch gebunden", obwohl dem Gremium dafür die rechtliche Zuständigkeit gefehlt habe.

Kontrollpflichten verletzt, kaum Widerstand geleistet

Im weiteren Verlauf der Baumaßnahme habe man zudem die eigenen Kontrollrechte nicht im notwendigen Maße eingefordert und damit der eigenen "Pflicht zur Kontrolle" nicht entsprochen. "Das gilt für das gesamte Finanzgebahren des Bischöflichen Stuhles und betrifft vornehmlich die Zeit bis zum Erlass eines neuen Statutes und die Einsetzung eines neuen Vermögensverwaltungsrates am 1. April 2011", so das Domkapitel.

Weiter betonen die Mitglieder des Gremiums, dass sie nicht ausreichend Widerstand gegen Eingriffe von Bischof Tebartz-van Elst in die Zuständigkeiten des Domkapitels für die Limburger Kathedrale und den dortigen Gottesdienst geleistet hätten. Zudem hätten sie zu spät beschlossen, sich an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und an den Apostolischen Nuntius zu wenden. "Erst am 2. September 2013 haben wir Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst mit unserer Sicht der Dinge konfrontiert, die im Nachhinein durch den Bericht der Prüfungskommission bestätigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt sahen wir aus der Not des Bistums keinen anderen Ausweg mehr als den Rücktritt des Bischofs", so das Domkapitel.

"Der Glaube hat großen Schaden genommen"

Der Glaube vieler Christen und die Glaubwürdigkeit der Kirche im Ganzen habe in den vergangenen sechs Jahren großen Schaden genommen. "Mit Betroffenheit schauen wir auf jene Zeit zurück. Es ist uns bewusst, dass die Gläubigen, wie auch die Öffentlichkeit, an das Domkapitel hohe Erwartungen gerichtet haben. Ungeachtet der Grenzen unserer rechtlichen Möglichkeiten hätten wir uns unserer moralischen Verantwortung stellen müssen", so die Domkapitulare.

Weihbischof Manfred Grothe, der Apostolische Administrator für das Bistum Limburg, bezeichnete die Erklärung des Domkapitels in einer ersten Reaktion als wichtigen Schritt der Aufarbeitung und des Neubeginns in der Diözese. "Ich bin den Mitbrüdern im Domkapitel dankbar für die kritische Reflektion ihres eigenen Handelns", sagte Grothe. Die Ereignisse der Vergangenheit könnten nicht ungeschehen gemacht werden. Für einen Neuanfang sei aber die Aufarbeitung, die innere Umkehr und Ausrichtung auf das Vorbild des Herrn der Kirche unumgänglich.

Grothe: Domkapitel hat an Einheit und profil gewonnen

"Ich weiß um die intensiven Beratungen der Mitbrüder und ich spüre, wie wichtig ihnen die Diözese ist. Ich bin mir sicher, dass das Domkapitel als Konsultorenkollegium den Neuanfang im Bistum konstruktiv mittragen wird", so der Apostolische Administrator. Einiges habe sich bereits im Domkapitel verändert. Durch die Ereignisse um Bischof Tebartz-van Elst seien die Domkapitulare näher zusammengerückt und das Kapitel habe an Einheit und Profil gewonnen. Dieser Prozess werde in den kommenden Monaten weitergehen.

Nach eigener Auskunft haben die Domkapitulare Mitte Mai den von einer kirchlichen Kommission erarbeiteten Prüfbericht zur Baumaßnahme auf dem Limburger Domberg durchgearbeitet. Einen Monat später hätten sie zudem bei einem zweitägigen Treffen gemeinsam mit dem früheren Erfurter Bischof Joachim Wanke die Ereignisse, die das Bistum erschüttert hätten, "in das Licht des Evangeliums gestellt".

Von Steffen Zimmermann

Dossier: Tiefer Fall

Katholisch.de dokumentiert alle wichtigen Etappen des Konflikts um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz van-Elst.

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