Würzburger Kiliansgruft mit Bußritus wiedereröffnet
"Steht eine solche Entgleisung nicht doch in einem weiteren Zusammenhang mit öffentlichen Kampagnen gegen die Kirche?", fragte Hofmann in seiner Predigt. Häufig würden unbewiesene Vorwürfe und Anklagen den Boden für Zwietracht bereiten. Die Heiligen Kilian, Kolonat und Totnan sowie der selige NS-Märtyrer Georg Häfner, die in der Krypta des Würzburger Neumünsters verehrt werden, seien demgegenüber Verkünder der Frohbotschaft und des Friedens gewesen. "All den genannten Heiligen ist auf unterschiedliche Weise die Gabe geschenkt worden, die Türen der Menschenherzen zu öffnen", so Hofmann.
Im Anschluss an das Pontifikalamt in der Oberkirche zog Hofmann unter Anrufung der Heiligen zur Gruft, heißt es in der Mitteilung des Bistums weiter. Mit einem Bußritus eröffnete er dort den Grabes- und Gebetsraum wieder, der zuvor von den Schmierereien befreit worden war. "Mit dieser Schändung wurden auch die Gefühle und der Glaube vieler verletzt", sagte Hofmann.
Verfahren gegen Tatverdächtigen eingeleitet
In der Krypta mit dem Schrein der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan waren am 10. April die Wände sowie das Urnengrab des seligen Märtyrerpriesters Georg Häfner (1900-1942) mit Farbe beschmiert worden. Dabei ging es laut Bistum um den Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch. Zudem sei der verstorbene Generalvikar der Diözese "auf unsägliche Weise" beschimpft worden. Der Schaden beträgt laut Polizei rund 10.000 Euro. Als Verdächtiger wurde ein 55-jähriger Mann ermittelt. Gegen ihn läuft ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und Störung der Totenruhe. (kim/KNA)
Unbekannte haben in die Kiliansgruft der Neumünsterkirche in der Würzburger Innenstadt großflächig mit Graffiti beschmiert. Die beleidigenden Inhalte richteten sich unter anderem gegen einen verstorbenen ehemaligen Generalvikar des Bistums.