"Zeichen der Ermutigung"
Glückwünsche kamen unter anderem vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Er sei froh, dass die "sehr lange Zeit des Wartens und der Sedisvakanz im Bistum Passau nun ein Ende" habe, sagte Marx. Aufgrund seiner Erfahrung als Professor der Dogmatik wisse Stefan Oster um die Herausforderungen, vor der die Kirche in Deutschland stehe, so Marx.
Die Ernennung sei ein Zeichen der Ermutigung für die Kirche im Bistum Passau, sagte der Kardinal. Für die Deutsche und die Freisinger Bischofskonferenz würden die Impulse des neuen Passauer Bischofs eine Bereicherung sein.
"Schmerzlicher Verlust" für die Ordensgemeinschaft
Laut Josef Grünner, Provinzial der Salesianer Don Boscos, bringe Stefan Oster "gute Voraussetzungen und wertvolle Fähigkeiten mit, die von seiner tiefen Verwurzelung im Glauben und im salesianischen Geist geprägt sind". Die Prinzipien der Pädagogik und Spiritualität Don Boscos würden den neuen Bischof von Passau sicherlich auch in seinem künftigen Handeln leiten. Gleichzeitig sei die Ernennung Osters zum Bischof ein "schmerzlicher Verlust" für die Ordensgemeinschaft. Er sei sich sicher, dass es auch im Diözesanklerus geeignete Kandidaten für das Amt des Bischofs von Passau gegeben hätte, so Grünner.
Auch der Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz, Abt Hermann-Josef Kungler, freute sich über die Ernennung Stefan Osters. Er dankte Oster für sein bisheriges Engagement für die Ordensgemeinschaften und hob dabei besonders die Ausbildung vieler Ordensleute an der Hochschule Benediktbeuren hervor, wo Oster als Dogmatikprofessor gelehrt hatte.
Zweiter Ordensmann als Bischof in einer deutschen Diözese
Ministerpräsident Horst Seehofer sprach von einem "vielversprechenden Signal für den Aufbruch der katholischen Kirche in die moderne Gesellschaft". Als Wissenschaftler, als Journalist und als Mitglied des der Jugend zugewandten Salesianerordens habe Oster beste Voraussetzungen für seine künftigen Aufgaben.
Glückwünsche kamen auch aus dem Bistum Eichstätt. Neben Stefan Oster ist Bischof Gregor Maria Hanke der zweite Ordensmann an der Spitze einer deutschen Diözese. Er schätze ihn als Wissenschaftler und als unkomplizierten, menschlich aufgeschlossenen Gesprächspartner, so Hanke. Die beiden arbeiten seit längerem in einer Arbeitsgruppe der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz zusammen. Er wünsche Oster viel Kraft, da seine neue Aufgabe als Bischof den Überschritt in ein neues Terrain bedeute, sagte Hanke.
Bischof darf sich auf eine lebendige Kirche freuen
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, bei dem Oster sich in Trier einst habilitierte, nannte diesen einen "demütigen, im Glauben der Kirche tief verwurzelten Salesianerpater". Er lebe den missionarischen Geist, den Papst Franziskus in seinem Schreiben "Evangelii gaudium" der ganzen Kirche ans Herz lege. "Seine theologische und philosophische Kompetenz und seine Erfahrung werden die Kirche bereichern."
Über die Ernennung Osters zum Bischof freuten sich auch Vertreter des Bistums Passau. Auf diesen Tag hätten nicht nur sie, sondern auch die Gläubigen gewartet und dafür gebetet, erklärten Diözesanadministrator Klaus Metzl und Domprobst Hans Striedl nach der Ernennung. "Unser Bischof darf sich auf eine lebendige Kirche in Passau freuen", sagte Metzl und verwies dabei auf viele engagierte Geistliche, Laien und eine lebendige jugendliche Kirche. "Wir haben wieder einen Bischof, der mit ganzer Kraft die Leitung und Führung der Diözese übernimmt und auch pastoral Akzente setzen wird", so Metzl. (mit Material von KNA)
Von Sophia Michalzik