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Bischöfe starten ihre Herbstvollversammlung und sprechen über aktuelle Themen

Zollitsch bedauert FDP-Ausscheiden

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Fulda - Kurz nach der Bundestagswahl ist auch bei den deutschen Bischöfen die Politik ein Thema: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Robert Zollitsch, gratulierte Angela Merkel zu ihrem "großartigen Erfolg". Gleichzeitig bedauere er, dass die FDP es nicht in den Bundestag geschafft habe, sagte Zollitsch am Montag zum Auftakt der Herbstvollversammlung der katholischen Bischöfe Deutschlands vor Journalisten in Fulda.

Es sei ein "Verlust für Deutschland", dass so eine Kraft nicht mehr im Parlament vertreten sei. Er erinnerte dabei auch an das gute persönliche Verhältnis, das er zu dem Katholiken Philipp Rösler habe.

Zollitsch bekundete seinen Wunsch nach einer kraftvollen neuen Bundesregierung, die bald zustande kommen solle. Er könne sich sowohl eine große Koalition von Union und SPD als auch eine schwarz-grüne Koalition vorstellen. Er zeigte sich darüber erfreut, dass die Wahlbeteiligung zugenommen habe. Auch die Kirche habe die Menschen ermutigt, ihre Stimme abzugeben.

Bald Offenlegung der Limburger Baukosten

Zollitsch berichtete, dass er derzeit eine Kommission aus Juristen, Baufachleuten und Bischöfen erstelle, die die Baukosten für das Diözesane Zentrum und das bischöfliche Haus des Bistums Limburg ermitteln soll. In den nächsten sechs bis acht Wochen soll sich diese einen Überblick verschaffen, damit das Ergebnis bald offengelegt werden kann. Zollitsch betonte, dass er und die ganze Kirche Deutschlands unter der Situation litten. Es sei der Eindruck da, dass die Kirche nicht transparent sein wolle. Der 75-Jährige nannte als eines seiner Anliegen für seine letzten Monate als Vorsitzender, "in Limburg zum Brückenbau beizutragen". Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst war unter anderem wegen seiner Amtsführung und der Baukosten für das Projekt in die Kritik geraten.

Für Zollitsch ist es die letzte Herbstvollversammlung als Vorsitzender der DBK; im Frühjahr wird er noch das Treffen in Münster leiten, dann endet seine sechsjährige Amtszeit. Papst Franziskus hatte vor einer Woche Zollitschs altersbedingten Rücktritt als Erzbischof von Freiburg angenommen; ihn aber gleichzeitig bis zur Ernennung eines Nachfolgers zum "Apostolischen Administrator" des süddeutschen Erzbistums bestimmt. In seinem Referat zur Eröffnung dankte er am Montagnachmittag seinen 66 Kollegen in der Konferenz für die Zusammenarbeit. Zugleich regte er an, die Wahl seines Nachfolgers in den Kontext einer breiteren Sachdebatte zu stellen. Die Bischöfe sollten die Monate bis zur Wahl verstärkt zum Gespräch über die Stärken und Schwächen in der Bischofskonferenz nutzen. Er bezog sich ausdrücklich auf das "Vorkonklave" des Kardinalskollegiums im Frühjahr in Rom, das nach einer beeindruckenden Rede von Kardinal Jorge Mario Bergoglio zu dessen Wahl zu Papst Franziskus geführt hatte.

Immer wieder Bezüge zu Papst Franziskus

Vor seinen Kollegen mahnte Zollitsch eine bescheidene, barmherzige und mutige Kirche an. Es gelte, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen, um die Bekanntschaft der Menschen zu schließen und "nahbar statt unnahbar" zu sein. Mit Hinweis auf den Missbrauchsskandal und auf den rechten Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen sprach er von einem Misstrauen gegenüber dem kirchlichen Amt, den Strukturen sowie der Lehre und pastoralen Praxis. Misstrauen hebe Vertrauen auf, so Zollitsch. Ohne Vertrauen aber könne die Glaubensverkündigung keine Früchte bringen. Wie ein christlicher Missionar müsste ein Bischof bereit sein, alte Sicherheiten hinter sich zu lassen, und in die "innere Freiheit der Jünger Jesu" hineinwachsen.

In seiner Ansprache bezog der Erzbischof sich immer wieder auf Papst Franziskus und dessen Rede von einer bescheidenen und barmherzigen Kirche. Auch das Interview des Kirchenoberhaupts mit einer Jesuitenzeitschrift werde Thema bei der viertägigen Versammlung sein, sagte er zuvor den Journalisten. Er habe das mehr als 20-seitige Interview "mit großer Freude" gelesen und darin Bestätigung und Anregungen für den Dialogprozess gefunden, den er 2010 nach dem Missbrauchsskandal gestartet hatte. Diese Gesprächsinitiative, die noch bis 2015 andauern soll, wolle er noch weiter nach vorne bringen, bevor er aus dem Amt scheidet, sagte Zollitsch.

Von Agathe Lukassek

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