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Deutschlands erstes Engel-Museum eröffnet

Zu Besuch bei den himmlischen Heeren

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Seit Ende November können im Engel-Museum in Engelskirchen kleine und große Himmelsboten aller Art bestaunt werden.
Engelskirchen - Das Engel-Museum in Engelskirchen ist das erste seiner Art. Auf himmlische Zeiten sollen sich die Besucher dort freuen dürfen. Und die Initiatoren scheinen einen Nerv getroffen zu haben: Für Manchen sind Engel ein neuer Zugang zur Religion.

Die Schau setzt auf Vielfalt. Skulpturen, Bücher und mit Engelsmotiven bemalte Alltagsgegenstände gehören zur Sammlung. Besonders stolz ist Kuratorin Martina Kupper auf einen kleinen Bronze-Engel, der um 1.000 vor Christus in Mesopotamien entstand. "Aber auch eine Holzfigur des Erzengels Michael mit Waage aus dem 17. oder 18. Jahrhundert gehört zu meinen Lieblingen", erzählt Kupper. Wie alle der knapp 70 Mitglieder des Engelskirchener Engelvereins arbeitet sie ehrenamtlich für das Museum.

Eine Gemeinde im Engel-Fieber

Begonnen hat alles mit einer Schenkung des Engel-Sammlers Johann Fischer, berichtet der Sprecher des Engelskirchener Engel-Vereins, Lukas Schlichtebrede. Mehr als 30.000 Engel habe er in drei Jahrzehnten gesammelt. "Die Engelskirchner sind richtig engelverrückt", wird der inzwischen verstorbene Fischer zitiert. Sie sind eigentlich weihnachtsverrückt: Denn im Christkind-Postamt um die Ecke landen jährlich Tausende Kinderbriefe und Wunschzettel aus aller Welt.

Vor fünf Jahren wurde die Engel-Sammlung an den Verein übergeben. "Mit dem Museum wollen wir sie nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen", erklärt Schlichtebrede. Die Sammlung hat es in sich - und ist im Guinness Buch der Rekorde als weltweit größte ihrer Art verzeichnet. Auf rund 200 Quadratmetern Ausstellungsfläche widmet sich nun alles den geflügelten Wesen. Und nicht nur das: Auch vom an die Decke gemalten Himmel hängen Engelsfiguren herab. Der Übergang zwischen Kunst, Kitsch und Kuriosem in der Ausstellung ist fließend. Ob Glanzbildchen mit Schutzengelmotiv oder milde lächelnder Oma-Engel - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Engel: Himmlische Boten

Engel boomen: Bücher, Figuren und Kartensets füllen ganze Regale im Buchhandel. Die geflügelten Geistwesen gehören zu den faszinierendsten Figuren der Heiligen Schrift. Was wird über sie berichtet? Welche Aufgaben erfüllen sie? Das Dossier gibt Antwort auf diese und andere Fragen.

Zum Dossier

Auch religiöse Exponate gehören zur Ausstellung, darunter Sargbeschläge und historische Geschenkkarten zur Erstkommunion. Denn im Christentum haben Engel als göttliche Boten seit jeher eine hohe Bedeutung und sind einer strengen Hierarchie untergeordnet. Aber auch im Judentum und im Islam sind die himmlischen Wesen keine Unbekannten. Immer wieder kommen neue Exponate hinzu, erklärt Kupper. So brachte kürzlich ein Antiquitätenhändler aus der Region einen großen vergoldeten Barockengel - eine Leihgabe, bevor der Händler das Stück im kommenden Jahr in London zur Auktion geben will.

Engel treffen einen Nerv

Mit den himmlischen Boten haben sich auch Gläubige und Kreative in anderen Weltregionen auseinandergesetzt. So finden sich in dem Museum ein fliegendes Engelwesen aus Thailand, ein bunt bemalter Holzengel aus Südamerika oder eine Engelfigur im Wikinger-Look aus Skandinavien.

Doch Vielfalt und Exotik hin oder her: Ein Highlight für viele Besucher sind die Weihnachtsengel. Zwischen Rauschgoldengeln und himmlischen Chören steht auch Regina Frashek. "Ach wie süß", stößt die Rentnerin regelmäßig hervor, während sie die Ausstellungsstücke begutachtet. "Ich komme mir vor wie im Himmel." Museums-Leiterin Kupper ist sich sicher, mit dem Engel-Museum irgendwie einen Nerv getroffen zu haben: "In Zeiten, in denen sich die Menschen immer mehr von Religion abwenden, suchen sie einen neuen Anhaltspunkt. Und die Engel geraten wieder in den Blick."

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