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Eiche erschlägt Pilger an Kerzenstand

12 Tote bei Marien-Volksfest auf Madeira

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An ambulance attends the scene after a tree fell on a large crowd gathered as part of a traditional religious festival in the outskirts of Funchal, the capital of Madeira island, Portugal.
Bonn/Funchal - Der größte kirchliche Festtag auf der portugiesischen Insel Madeira endete in einer Katastrophe: Ein umstürzender Baum erschlug am Dienstag zwölf Menschen. Dabei galt die Eiche bereits länger als gefährlich.

Bei einem Volkfest zu Mariä Himmelfahrt sind auf der portugiesischen Insel Madeira zwölf Menschen durch einen umstürzenden Baum ums Leben gekommmen. 50 weitere seien verletzt worden, als die Eiche am Dienstag plötzlich samt ihres Wurzelwerks auf die umstehenden Menschen fiel, teilten die örtlichen Behörden am Nachmittag in der Hauptstadt Funchal mit. Unter den Verletzten seien auch Deutsche, Ungarn und Franzosen, hieß es.

Zehn Menschen waren den Angaben zufolge auf der Stelle tot, ein Kind und eine Frau starben später im Krankenhaus. Von den Verletzten seien sieben in kritischem Zustand, zitierte die Zeitung "Público" den Regionalsekretär für Gesundheit, Pedro Ramos. Über die genaue Zahl der Opfer hatte es lange unterschiedliche Angaben gegeben, der Zivilschutz hatte zunächst von zwei Toten gesprochen.

Umgestürzter Baum galt schon lange als gefährlich

Bei dem Baum handelte es sich laut der Zeitung um eine 200 Jahre alte Eiche. Den Angaben zufolge war sie schon seit drei Jahren als gefährlich und umsturzgefährdet eingestuft worden. Der Baum kippte offenbar plötzlich um und traf Dutzende Gläubige, die in der Nähe an einem Verkaufsstand Kerzen erwerben wollten. Auf einem im Internet verbreiteten Video ist der Moment zu sehen, in dem der Baum stürzt. Schockierte Augenzeugen liefen in Panik in alle Richtungen.

Das Unglück ereignete sich während des beliebten Festivals "Senhora do Monte" (Fest der Herrin von Monte), dem größten und berühmtesten religiösen Festtag auf der Insel. Er wird zu Ehren der Jungfrau von Monte, der Schutzheiligen der Hauptstadt Funchal, immer am 14. und 15. August, dem Hochfest Mariä Himmelfahrt, begangen. Die Feierlichkeiten locken traditionell viele Besucher aus aller Welt nach Madeira. Die Straßen und die Kirche in den Bergen von Monte werden dabei aufwendig mit Blumen geschmückt, es gibt zahlreiche Stände sowie eine Prozession Tausender Pilger.

Nach dem Unglück waren zahlreiche Helfer im Einsatz, darunter ein Einsatzteam von Ärzten, mehrere Krankenwagen und die Feuerwehr. Premierminister António Costa zeigte sich bestürzt und drückte den Angehörigen der Opfer im Kurznachrichtendienst Twitter sein tiefes Beileid aus. Das Fest wurde nach dem tragischen Vorfall abgebrochen. Die Regierung von Madeira rief eine dreitägige Trauer aus. (kim/dpa)

15.08., 18:53 Uhr: Ergänzt um weitere Details

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