Abgewiesene Seminaristen bekommen eigenes Bier
Ehre für die Abgewiesenen: Ein Pub im walisischen Cardiff, der sieben katholische Priesteramtskandidaten und Diakone am vergangenen Wochenende wegen vermeintlicher Verkleidung weggeschickt hatte, schenkt künftig ein Bier zu ihren Ehren aus. Im "City Arms" von Cardiff werde das Lieblingsbier der Gruppe mit Namen "Reverend James" künftig als "Thirsty Priests" (Durstige Priester) angeboten, berichtet das Portal "Wales Online" (Freitag) unter Berufung auf die Brauerei. Man wolle sich bei den zu Unrecht Abgewiesenen so auf sympathische Weise entschuldigen. Das "neue" Bier bekommt demnach zusätzlich den Slogan: "Es rettet Seelen und stillt Bedürfnisse."
Das Personal hatte irrtümlich angenommen, es handele sich bei den jungen, schwarzgekleideten Männern um einen Junggesellenabschied in Priesterverkleidung. Die fünf Priesteramtsanwärter und zwei frisch geweihten Diakone hielten dies nach eigenen Aussagen "zunächst für einen Witz" und konnten die Kellner nicht gleich überzeugen, dass sie "echt" seien. Letztlich konnten sie aber glaubhaft machen, dass sie nicht verkleidet waren und lediglich mit einem Bier auf die Ordination eines Kollegen anstoßen wollten.
Nach der Aufklärung des Irrtums wurde die Gruppe zu einem Freibier eingeladen. Der Pub-Besitzer entschuldigte sich für das Missverständnis. Er verwies darauf, dass am Wochenende "häufig Feiernde in Verkleidung" in den Pub wollten und dass solche Gruppen grundsätzlich abgewiesen würden. Man begrüße "selten eine Gruppe echter Priester" im Pub; sie seien natürlich "mehr als willkommen". Die Gruppe freut sich nach eigenen Worten auf künftige Besuche im "City Arms".
Der Vorfall hatte weltweit Schlagzeilen gemacht. Auch das Erzbistum Cardiff meldete sich zu Wort. "Wir danken dem 'The City Arms', dass sie so sportlich mit dem Thema umgegangen sind und für die netten Gesten unseren Seminaristen gegenüber", hieß es auf der Homepage des Erzbistums. Letztendlich sei der Vorfall ein Akt der Evangelisierung gewesen. Dennoch bat das Erzbistum den Pub, das kirchliche Personal künftig nicht mehr hinauszuwerfen. Denn neben einigen Priestern würde auch der Erzbischof ab und zu die Bar besuchen. (bod/KNA)