Abschied von Schweizer Kardinal Cottier
Cottier sei ein "Sänger des christlichen Glaubens" gewesen, sagte Sodano in seiner Predigt. Der Verstorbene habe alles unternommen, um den unsichtbaren Gott sichtbar zu machen, zitierte Radio Vatikan den ranghöchsten Kardinal. Als vom Thomismus geprägter Theologe habe Cottier das Leben und die Geschichte stets mit den Augen des Glaubens und der Vernunft betrachtet, so Sodano. Franziskus würdigte in einem am Freitag veröffentlichten Beileidstelegramm Cottiers, "festen Glauben, seine väterliche Güte und sein intensives kulturelles und kirchliches Engagement" an der Seite von Johannes Pauls II. (1978-2005) und Benedikt XVI. (2005-2013).
"Theologe des Päpstlichen Hauses"
Der Dominikanerpater Cottier war von 1989 bis 2005 als "Theologe des Päpstlichen Hauses" der engste theologische Berater des Papstes. Für Johannes Paul II. verfasste er zahlreiche Predigten, Ansprachen und weitere Texte. Dieser erhob den damals bereits 80-Jährigen 2003 in den Kardinalsrang. Cottier wurde am 25. April 1922 in Genf geboren. Er studierte in seiner Heimatstadt sowie an der Dominikaner-Universität Angelicum in Rom, wo er 1951 zum Priester geweiht wurde. Später war er Professor für christliche Sozialwissenschaften in Genf. Am Angelicum wurde er später Dekan der Fakultät für Kirchenrecht. 1986 wurde er in die Internationale Theologenkommission des Vatikan berufen.
Nach dem Tod Cottiers zählt das Kardinalskollegium 215 Kardinäle. Von ihnen sind 116 jünger als 80 Jahre und damit zur Papstwahl berechtigt. (KNA)
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. war schon zu Lebzeiten seines Vorgängers Johannes Paul II. (1978-2005) von dessen Heiligkeit überzeugt. Im Laufe der langen Zusammenarbeit habe er immer deutlicher seine enge Gottverbundenheit und seinen Mut auch in schwierigsten Momenten bewundert, betonte Joseph Ratzinger im ersten Interview nach seinem Amtsverzicht.