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Nach Medienauftritten

Auf Drängen des Erzbischofs: Exorzist legt Pause ein

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A priest with a cross in his hand.
Denver - Online erreichen US-amerikanische Exorzisten ein Millionenpublikum. Bischöfe sehen das mit Vorsicht. Ein Exorzist wurde nun abgestraft.

Auf Drängen seines Erzbischofs hat der in den USA bekannte Exorzist Chad Ripperger eine einjährige Medienpause angekündigt. Wie die Nachrichtenagentur "Associated Press" am Mittwoch berichtete, kam es nach einem Treffen des Exorzisten mit dem Erzbischof von Denver, James Golka, zu dieser Entscheidung. "Pater Ripperger stimmte sofort zu", heißt es laut einer im Bericht zitierten Erklärung des Erzbistums. Der Erzbischof sei dankbar für seinen "priesterlichen Dienst und die Großzügigkeit, mit der er diese Bitte aufgenommen hat".

Ripperger ist kein Einzelfall. Vor wenigen Monaten traf es in der Washingtoner Erzdiözese einen Exorzisten, der in den sozialen Medien ein Millionenpublikum erreichte. Der dortige Erzbischof, Kardinal Robert McElroy, setzte Stephen Rossetti nach über 19 Jahren als Exorzist ab. Dieser Entscheidung ging ein virales Video voraus, das Rossetti in den sozialen Medien veröffentlicht hatte und in dem er seine persönliche Überzeugung zum Ausdruck brachte, dass viele UFO-Sichtungen dämonische Erscheinungen seien.

Außerirdische und Dämonen

Im Fall Ripperger in Denver scheint ein fast dreistündiges und kürzlich veröffentlichtes Interview der Anlass gewesen zu sein. Darin bezeichnete er Außerirdische als "einfach nur Dämonen". Das Interview erreichte knapp 3 Millionen Aufrufe. Ebenso behauptete Ripperger, der berühmte Wissenschaftler und Erfinder Nikola Tesla habe vermutlich Botschaften von Dämonen erhalten. Zudem lehnt der Exorzist die Evolutionstheorie als wissenschaftlich, theologisch und philosophisch problematisch ab. Ripperger ist gern gesehener Gast in Shows und Podcasts des eher konservativen Spektrums – beispielsweise der Tucker Carlson Show. Welche Aussagen für den Bischof problematisch waren, ist nicht bekannt.

Derzeit scheint es laut der Erzdiözese Newark in New Jersey ein gestiegenes Interesse an Exorzismen zu geben, was den Bischof dazu veranlasste, ein Rundschreiben an seine Geistlichen zu schicken. In Bezug auf Exorzismen wurden sie angewiesen, verzweifelte Gemeindemitglieder mit Respekt zu behandeln. Sie sollten sie dazu ermutigen, sich voll am katholischen Gottesdienst zu beteiligen, gleichzeitig aber okkulte Praktiken meiden.

Unter einem Exorzismus versteht die katholische Kirche laut Katechismus ein öffentliches und autoritatives Gebet im Namen Jesu Christi. Darin bittet der Betende darum, dass "eine Person oder ein Gegenstand vor der Macht des bösen Feindes beschützt und seiner Herrschaft entrissen wird". Weiter heißt es im Katechismus: "Der Exorzismus dient dazu, Dämonen auszutreiben oder vom Einfluss von Dämonen zu befreien und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat." Der feierliche oder große Exorzismus darf nur von einem Priester mit ausdrücklicher Erlaubnis des Bischofs für den Einzelfall und ausschließlich nach den dazu von der Kirche festgelegten Regeln vollzogen werden. Der Ablauf eines Exorzismus ist im "Rituale Romanum" unter dem Titel "De exorcismis et supplicationibus quibusdam" ("Exorzismen und bestimmte flehentliche Bitten") geregelt.

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