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Französischer Präsident war am Montag zu Privataudienz bei Franziskus

Aus Polen geraubtes Buch? Wirbel um Macron-Geschenk an Papst

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Papst Franziskus und Emmanuel Macron
Warschau/Vatikanstadt - Aufregung in Polen: Handelt es sich bei dem Buch, das Frankreichs Präsident Macron dem Papst überreichte, um Raubgut aus dem Zweiten Weltkrieg? Ein Experte versuchte, die Angelegenheit aufzuklären – doch nicht alle sind überzeugt.

Das Geschenk, das Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Papst Franziskus bei der Privataudienz am Montag überreicht hat, sorgt vor allem in Polen für Wirbel. Wie mehrere Medien am Dienstag berichteten, werfen einige Beobachter Macron vor, dem Papst ein Buch überreicht zu haben, das während des Zweiten Weltkriegs aus der Universitätsbibliothek Lemberg gestohlen wurde. Bei dem Buch handelt es sich um eine 1796 erschienene französische Ausgabe von Immanuel Kants Buch "Zum ewigen Frieden". Lemberg war bis 1945 polnisch und wurde 1939 bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von deutschen Truppen besetzt. Während des Krieges wurde die Bibliothek von den Deutschen und später von den Sowjets geplündert. Heute gehört die Stadt Lwiw zur Ukraine.

Auslöser der Aufregung ist ein Twitter-Post des Vatikan-Korrespondenten der französischen Tageszeitung "La Croix". Auf dem Foto, das die erste Seite des Buches zeigt, ist ein Stempel von der Lemberger Universitätsbibliothek erkennbar. Dies veranlasste Journalisten, Historiker und Politiker zu der Vermutung, dass es sich um ein während des Zweiten Weltkriegs gestohlenes Objekt handelt.

Der französische Enthüllungsjournalist Arnoud Bédat schreieb daraufhin auf Twitter, dass das Buch für 2.500 Euro in einer Pariser Buchhandlung gekauft worden sei, die auf seltene Bücher spezialisiert ist. Laut der Beschreibung auf der Website des Buchhändlers habe sich das Buch etwa 120 Jahre lang in Frankreich befunden, ehe es an Papst Franziskus überreicht worden sei. Manche Kommentatoren spekulierten daraufhin, dass das Buch vor 1900 gestohlen worden sein könnte. Ein Bibliotheksbuch, das offiziell aus der Sammlung entfernt wurde, müsste zusätzliche Markierungen aufweisen, so ihr Argument. Polnische Politiker und Diplomaten fordern eine Überprüfung der Angelegenheit. Auch das Außenministerium in Warschau ließ mitteilen, dass es an dem Fall interessiert sei. (mal)

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