Ausgewanderte Polen sollen in Messen des Gastlandes gehen
Die Polnische Bischofskonferenz appelliert an ihre im Ausland lebenden Landsleute, auch Gottesdienste in der Sprache ihres Gastlandes zu besuchen. Auch mit vielen polnischen Auslands-Priestern sei es nicht möglich, jeden Ort zu erreichen, in dem Polen lebten, heißt es in einem Hirtenbrief, der am Sonntag in polnischsprachigen Gottesdiensten im Ausland verlesen wurde. Die Bischöfe fordern die weltweit rund 18 Millionen Polnischspämmigen auf, in der Familie zu beten, Bibel zu lesen, "systematisch" zur Beichte und regelmäßig in die Kirche zu gehen. "Geleitet vom Glauben" sollten sie die Gelegenheit nutzen, an der Eucharistie in der Sprache des Wohnortes teilzunehmen.
"Euer Glaubenszeugnis wird Gläubige anderer Nationen positiv beeinflussen, besonders diejenigen, die zu lokalen Kirchengemeinden gehören," heißt es in dem aktuellen Hirtenbrief. Die Oberhirten danken den Ortsbischöfen, die den Polen muttersprachliche Seelsorge ermöglichen und den rund 2.000 Priestern sowie Ordensleuten und Laien, die in polnischen Missionen auf der ganzen Welt arbeiten.
In einem ähnlichen Hirtenbrief im Januar 2007 hieß es noch, polnische Gemeinden und Missionen im Ausland seien die einzigen Zentren für polnische Identität und Kultur. Damals riefen die Oberhirten die Polen im Ausland explizit auf, polnische Geistliche aufzusuchen. Der damalige Brief sei eine Reaktion auf den Wegzug einer sehr großen Zahl an Polen nach dem EU-Beitritt 2004 gewesen, sagte der Beauftragte für die Auslandsseelsorge, Weihbischof Wieslaw Lechowicz der US-Nachrichtenagentur CNS. Damals habe man Sprach- und Integrationsproblemen durch ein "Klima des Glaubens und der Tradition aus dem Heimatland" begegnen können. Inzwischen habe sich die Situation verbessert und Hindernisse, die den Kontakt zu lokalen Kirchenvertretern und -Gemeinden behinderten, seien beseitigt worden, so Lechowicz.
Weiter rufen die Bischöfe die polnischstämmigen Gläubigen auf, sich dafür einzusetzen, dass ihre Kinder die polnische Sprache sowie die Geschichte und Kultur des Landes erlernen. Sie selbst sollten "den guten Ruf Polens verteidigen" und das Land ehren, das sie aufgenommen und ihnen Arbeit gegeben habe. "Ein reifer Patriotismus hat nichts gemein mit Nationalismus und dem Sich-Verschließen vor anderen Kulturen und Traditionen." Auf der anderen Seite habe er aber auch "nichts mit dem heutzutage modernen Internationalismus zu tun, der die Unterschiede zwischen den einzelnen Nationen verwischt", heißt es in dem Brief. Ein Beweis für Patriotismus sei es, sich in Institutionen und Vereinen der Auslands-Polen zu engagieren. (luk)