Bartholomaios I. feiert Gottesdienst in Stuttgart
Der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat am ersten Tag seines Deutschlandbesuchs an einem feierlichen orthodoxen Gottesdienst teilgenommen. In der evangelischen Stuttgarter Stiftskirche rief das Ehrenoberhaupt aller Orthodoxen weltweit die christlichen Kirchen in der Bundesrepublik zum stärkeren Miteinander auf. Das gemeinsame christliche Zeugnis sei gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig.
Zugleich würdigte Bartholomaios I. das Gedenken an die Reformation. Martin Luther habe welthistorische Veränderungen bewirkt. Der Patriarch äußerte die Hoffnung, dass aus der Erinnerung viele geistliche Früchte erwüchsen. Zugleich dankte er den beiden großen Kirchen für Freundschaft, Hilfe und Solidarität gegenüber den in der Bundesrepublik lebenden orthodoxen Christen.
Der Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, dankte Bartholomaios I. ebenso wie der württembergische Landesbischof Frank Otfried July für die Bereitschaft zum offenen Dialog. Eingeladen hatten Bartholomaios I. die EKD und die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung.
Beim anschließenden Empfang im Stuttgarter Alten Schloss sprach auch der innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz für Ökumene zuständige Magdeburger Bischof Gerhard Feige. Er unterstrich, dass die Menschen in jüngster Zeit erfahren müssten, dass dort, wo Dialog verweigert werde und Ausgrenzung herrsche, das Zusammenleben in Freiheit und Frieden bedroht sei. Die Christen hätten die gemeinsame Verantwortung, "gegen alle Fundamentalismen und Nationalismen für einen offenen Dialog zu werben und uns aktiv in diesen Dialog einzubringen". (KNA)
Die Themenseite gibt einen Überblick über die aktuelle Berichterstattung von katholisch.de rund um das Thema Ökumene.