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Berühmte Barockkirche in Rom nach Jahrzehnten wieder geöffnet

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Die Kirche Sant'Ivo alla Sapienza in Rom.
Rom - Die Kirche Sant'Ivo alla Sapienza zählt sie zu den kühnsten Bauwerken Roms. Doch war sie fast immer geschlossen. Das ändert sich nun.

Die Kirche Sant'Ivo alla Sapienza, ein Juwel der Barockarchitektur in Rom, ist nach Jahrzehnten wieder für Besucher geöffnet. Einen entsprechenden Vertrag hatten der italienische Staat und die Kirche bereits im Sommer 2025 unterzeichnet. Ab sofort kann die frisch restaurierte "Flamme aus Stein" mit der schneckenförmigen Spitze wochentags bis 14 Uhr kostenlos besichtigt werden – aber immer nur von maximal 50 Personen auf einmal. Die perfekte Akustik soll ab Dezember bei Konzerten zur Geltung kommen.

Da der Zugang zu den unmittelbar neben der Kirche liegenden Räumen des italienischen Staatsarchivs nur über das Kirchengelände möglich ist, musste Sant'Ivo jahrelang an Wochentagen geschlossen bleiben. Die Kirche war nur an Sonntagvormittagen zu den Gottesdienstzeiten zugänglich. Im Sommer 2025 hatten das Bistum Rom, die Direktionen der italienischen Archive sowie des römischen Staatsarchivs vertraglich eine Öffnung der Kirche vereinbart, die nun erfolgt ist. Neuerdings finden laut dem Portal "Vatican News" werktags um 9 Uhr Gottesdienste statt, in deren Anschluss Besichtigungen im Halbstundentakt möglich sind. Laut dem Direktor des römischen Staatsarchivs, Riccardo Gandolfi, ist eine nochmalige Erweiterung der Öffnungszeiten geplant.

Borromini verwandelte Geometrie in Schönheit

Die von Barockmeister Francesco Borromini (1599–1667) im Auftrag von Papst Urban VIII. geschaffene Kirche gilt wegen ihrer konkaven und konvexen Strukturen als eines der originellsten Bauwerke Roms. Die einstige Universitätskapelle ist umgeben von Gebäuden aus der späten Renaissance, in denen bis 1935 die römische Universität Sapienza untergebracht war. "In dieser Kirche hat Francesco Borromini die Architektursprache seiner Zeit revolutioniert", erklärte Italiens Kulturminister Alessandro Giuli nach der Restaurierung. "Er verwandelte die Strenge der Geometrie in Schönheit, Materie in Bewegung und Licht in ein wesentliches Element des Raumes."

Benannt ist die Kirche mit dem sechseckigen Grundriss nach dem heiligen Ivo Hélory, Schutzpatron der Anwälte, Juristen und der Armen. Sie wurde am 14. November 1660 geweiht. Die Wappenembleme der beteiligten Päpste Urban VIII. (Barberini), Innozenz X. (Pamphilj) und Alexander VII. (Chigi) sind dort noch heute zu sehen: die Bienen der Familie Barberini, die Taube mit dem Olivenzweig der Pamphilj an der Spitze sowie die Berge der Familie Chigi an der Fassade und in den Stuckverzierungen des Gewölbes.

Im Rahmen der rund zweieinhalb Millionen Euro teuren Maßnahmen, vor allem vom römischen Sonderprojekt "Caput Mundi" getragen, wurden der Innen- und Außenbereich der Kirche sowie das Altarbild von Pietro da Cortona restauriert. Auch die Stuckelemente in der Kapelle erstrahlen wieder im typischen "Borromini-Weiß". Demnächst soll noch dank privater Sponsoren die Beleuchtung erneuert werden, hieß es.

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