Suche
Nach "Amoris Laetitia"-Treffen

Bischof: Familie als grundlegende gesellschaftliche Einheit zerfällt

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

[no alt text]
Wien - Der norwegische Bischof Erik Varden kritisiert den Bedeutungsverlust der christlichen Ehe. Familien könnten etwas vom klösterlichen Leben lernen.

Der Trondheimer Bischof Erik Varden sieht das christliche Familienleben unter Druck. "In bemerkenswert kurzer Zeit haben wir unser gemeinsames Verständnis dessen verloren, was Menschsein bedeutet", schreibt Varden am Sonntag in einem Beitrag für die Zeitschrift "Communio" (online). Er beobachte, dass der Menschen vom Fortschritt zurückgelassen werde, falls er sich nicht optimiere. Auch die Familie als "grundlegende Einheit der menschlichen Gesellschaft" zerfalle.  Anlass des Beitrags war das Bischofstreffens zu zehn Jahre "Amoris laetitia" in Rom, an dem Varden als Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz am Treffen teilnahm. Dort wurde über Ehe- und Familienleben gesprochen.

Teil dieser Entwicklung ist für Varden, dass gleichgeschlechtliche Paar nicht mehr als "kategorial andere Verbindung" zur Ehe zwischen Mann und Frau verstanden werden. Weitere Gründe seien eine veränderte Wahrnehmung emotionaler Nähe durch steigenden Pornografiekonsum und ein weitgehender Verlust des Glaubens an einen "wohlwollenden Schöpfer". Eine "Zeit der Entweihung" sei entstanden, in der dauerhafte Bindungen absurd erschienen.

Doch Varden schreibt auch von einer "Gegenbewegung", die er wahrnehme. Viele Menschen hätten die Kurzlebigkeit der Gesellschaft und "hypersexualisierten Ersatzformen von Beziehungen" satt. "Sie wagen den Gedanken, dass es so etwas wie Wahrheit geben könnte, auf der sie ihr Leben aufbauen können", schreibt Varden. Die Kirche solle diese Menschen stärken, um eine neue Familienkultur zu ermöglichen. Pastorale Angebote für Familien müssten den Kinderwunsch von Eheleuten unterstützen, etwa durch bezahlbaren Wohnraum, Kinderbetreuung und Schulen. So könne man sinkenden Geburtenraten entgegenwirken.

Eheleute können von Mönchen und Nonnen lernen

Dabei könnten Familien etwas vom klösterlichen Leben lernen. Ordensleute lebten nach Regeln, die Zweck und Ziel der Lebensform bestimmten und seien sich Schwierigkeiten der Berufung bewusst. "Wenn die Ehegatten sich über das Ziel ihrer Verbindung verständigen, werden sie Hindernisse besser bewältigen können, als wenn sie ihren Bund nicht als Aufgabe formuliert haben", schreibt Vaden. Eine wichtige Aufgabe christlicher Familien sei es, Gottes bedingungslose Liebe zu zeigen und zu leben. Die lebenslange Treue in der Ehe müsse als Geschenk und große Aufgabe verstanden werden.

Varden blickte in seinem Text zudem auf Menschen in sogenannten "irregulären Beziehungen" – also etwa wiederverheiratet Geschiedene und Menschen in gleichgeschlechtlichen oder polyamorösen Beziehungen. Es täten diesen Gläubigen gut, in der Kirche eine Gemeinschaft zu finden, die sie freundschaftlich annehmen, ohne ihre "Irregularität" zu relativieren.

Der 52-jährige Varden war 1993 zur katholischen Kirche konvertiert und 2002 in die Ordensgemeinschaft der Trappisten eingetreten. Seit 2020 ist er Bischof von Trondheim und sei 2024 Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz. Internationale Bekanntheit erlangte er im Februar, als er die Fastenexerzitien von Papst Leo geleitet hat.

Unser Netzwerk

kna-katholisch-swarm-node3 (0.002s)