Bischof in Boulderkirche: Das Heilige ist auch beim Klettern da
Auf Socken bezwingt Bischof Hermann Glettler die ersten Meter an der Boulderwand: Er sei zwar kein Kletterer – "aber ich werd's lernen", verspricht er bei der Vorstellung der neuen Boulderhalle in der ehemaligen Pfarrkirche Petrus Canisius im österreichischen Innsbruck. In einem Instagram-Clip erläutert er das einzigartige Konzept der Halle, die auch weiterhin als Kirche erhalten bleiben soll. Die offizielle Eröffnung ist für den 7. November geplant.
Das Heilige sei nicht nur am Sonntagabend da, wenn in Zukunft mitten in der Halle Gottesdienst gefeiert werden soll, "sondern auch, wenn hier geklettert wird", so Glettler. "Das Leben der Menschen ist heilig." Die ganze Woche über könne von früh bis spät gebouldert werden, lediglich am Sonntagabend stehen zwei Stunden zur Feier von Gottesdiensten zur Verfügung. Dann werden die Besucher laut Glettler auf dem Boden Platz nehmen. Die Kombination aus sakraler Architektur und moderner Boulderanlage sei faszinierend.
Sport, Begegnung und Seelsorge
Die Boulderkirche soll laut dem neuen Konzept Sport, Begegnung und Seelsorge verbinden. Wie die Diözese Innsbruck erläuterte, bleiben die Pfarrei und die Seelsorge am Standort bestehen. Glettler sieht in dem Vorhaben die Chance auf ein Zusammenführen verschiedener Lebensbereiche. "Das Faszinierende an Petrus Canisius wird sein, dass das Angebot des Freizeitsports mit einem spirituellen Angebot verbunden wird", so der Bischof. Einmal im Monat will er dort selbst einer Messe vorstehen.
Auch kleinere Gottesdienste und Veranstaltungen der Pfarrei werden weiterhin in den Räumen stattfinden. Dafür stehen eine Kapelle und der Pfarrsaal zur Verfügung. Der Kirchenraum wird für die Boulder-Community geöffnet, während zugleich seelsorgliche Angebote und gemeinschaftliche Aktivitäten erhalten bleiben.