Bischof Scheuer: Vandalismus bei NS-Ausstellung "abscheulich"
Der Linzer Bischof Manfred Scheuer hat mit Bestürzung auf die Zerstörung von Porträtfotos NS-Überlebender in Wien reagiert. Die Tat sei "erschütternd und verwerflich", sagte er laut ORF am Montag. Scheuer, der in der Österreichischen Bischofskonferenz für den Dialog mit dem Judentum zuständig ist, betonte die "absolute Verpflichtung" für Christen, das Gedenken an den Holocaust wachzuhalten.
In der Nacht auf Montag waren mehrere Porträtfotos von Überlebenden der NS-Diktatur in der österreichischen Hauptstadt zerschnitten worden. Dabei wurden insbesondere Gesichter und Augenpartien aus den großformatigen Leinwänden herausgetrennt. Es ist bereits die dritte antisemitische Aktion gegen die Ausstellung "Gegen das Vergessen", die seit dem 7. Mai zu sehen ist. Nur wenige Tage nach Eröffnung hatte es eine ähnliche Messerattacke auf die Bilder gegeben. Vergangene Woche wurden mehrere der großformatigen Fotos mit Hakenkreuzen beschmiert.
Es sei beschämend, dass so etwas in Österreich passieren könne, sagte Scheuer. Die Opfer der NS-Diktatur sollten so aus dem mahnenden Gedächtnis gelöscht werden. Der Linzer Bischof forderte, an die Wurzel "solch abscheulicher Handlungen zu gehen" und die dahinterliegenden Geisteshaltungen aufzudecken.
Auch der Präsident von Caritas Austria, Michael Landau, verurteilte die Tat. "Unfassbar und beschämend!", schrieb er auf Twitter. In einem weiteren Tweet lobte er das Engagement mehrerer religiöser Jugendgruppen, die am Tag nach der Tat die auf Leinwand gedruckten Fotos flicken: "Und ich bin den jungen Menschen unendlich dankbar, die gekommen sind und begonnen haben, die Bilder wieder zu reparieren."
Zusammen mit jüdischen und muslimischen Jugendorganisationen wollen die Young Caritas Österreich und die Katholische Jugend eine dauerhafte Mahnwache bis zum Ausstellungsende am 31. August veranstalten. Auf der Facebookseite der Young Caritas Österreich rufen sie dazu auf, ihre Aktion "Wir passen auf!" zu unterstützen. (cst)