Bischof und Symbolfigur Edward Daly gestorben
Bei einer Demonstration gegen die Diskriminierung der katholischen Bevölkerung waren am 30. Januar 1972 in der nordirischen Stadt Derry/Londonderry 13 Katholiken von britischen Soldaten erschossen worden. Der Tag ging als ein Wendepunkt in die Geschichte Nordirlands ein.
Daly wurde 1933 im nordirischen Belleek geboren. 1957 empfing er nach einem Theologiestudium in Rom die Priesterweihe und war seit 1962 als Seelsorger in Derry tätig. Ab Ende der 1960er Jahre erlebte er dort hautnah die Anfänge des Nordirland-Konflikts. Nach seiner Ernennung durch Papst Paul VI. im Jahr 1974 war er bis zu seiner krankheitsbedingten Emeritierung 1994 Bischof von Derry. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes arbeitete Daly anschließend noch bis zu diesem Jahr als Seelsorger in einem Hospiz.
Irische Bischöfe würdigen ihren Mitbruder
Der irische Primas Eamon Martin drückte am Montag seine "große Trauer" über Dalys Tod aus und bezeichnete ihn als eine "Ikone im bürgerlichen und kirchlichen Leben Irlands". Daly werde weit über Derry hinaus als "furchtloser Friedensstifter" in Erinnerung bleiben, so der Erzbischof von Armagh.
Dalys Nachfolger als Bischof von Derry, Donal McKeown, würdigte in einer Mitteilung den Verstorbenen als selbstlosen Seelsorger: "Bischof Daly diente ohne Rücksicht auf sich selbst während der traumatischen Jahre des Nordirland-Konflikts", so McKeown. Dabei habe Daly erlebt, wie sein Amt gerade durch die Erfahrung dieser Gewalt geformt wurde. "Während dieser schrecklichen Zeit strebte er immer danach, das Evangelium vom Frieden Christi zu verkünden." (kim/KNA)