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Bischofssitz von Izmir nach fast einem Jahrhundert wieder besetzt

Bischofssitz nach 96 Jahren wieder besetzt

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Die türkische Flagge weht vor einem bewölkten Himmel.
Wien/Istanbul - Im Jahr 1922 ermordeten Kemalisten bei der Eroberung von Izmir den dort ansässigen orthodoxen Bischof. Fast ein Jahrhundert später wurde nun ein Nachfolger gewählt.

Nach 96 Jahren ist der orthodoxe Bischofssitz im westtürkischen Izmir (Smyrna) wieder besetzt. Archimandrit Bartholomaios Samaras wurde vom Heiligen Synod des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel zum neuen Metropoliten gewählt, wie die Stiftung "Pro Oriente" und das Portal "Orthodoxie.com" (Freitag) berichten.

Damit gibt es erstmals seit dem Exodus der griechischen, armenischen und romanischen Bevölkerung aus der Hafenstadt 1922 wieder einen orthodoxen Metropoliten von Smyrna. Der letzte Metropolit (Erzbischof) der ionischen Hafenstadt starb nach der Eroberung durch kemalistische Truppen als Märtyrer. Der Rektor der einzigen noch bestehenden orthodoxen Pfarrkirche in Izmir, Archimandrit Kyrillos Sykis, wurde zugleich zum Titularbischof und Bischofsvikar erwählt.

Vorgänger wurde durch Kemalisten ermordet

Samaras' Vorgänger Metropolit Chrysostomos (Kalafatis, 1867-1922) von Smyrna war bei der Eroberung Izmirs durch die Kemalisten ermordet worden. Er wird in Griechenland, aber auch in der Diaspora als Märtyrer verehrt. Smyrna war damals die zweitwichtigste Stadt des Osmanischen Reiches und eine der modernsten Industrie- und Handelsmetropolen des Mittelmeerraums mit einer überwiegend christlichen Bevölkerung.

Noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs setzten 1914 erste Verfolgungsmaßnahmen der nationalistischen Jungtürken gegen die griechischsprachige Bevölkerung der ionischen Küstenregion Kleinasiens ein. Der Metropolit wurde zum Sprecher der hellenischen Bevölkerung beim Diplomatischen Corps und den internationalen Medien in Konstantinopel. Das trug ihm im August 1914 zum wiederholten Male eine Verbannung ein; er musste sich in die Hauptstadt Konstantinopel zurückziehen.

In den letzten Kriegstagen konnte Chrysostomos nach Smyrna zurückkehren; nach der griechischen Besetzung der Stadt im Mai 1919 nahm er seine kirchliche und kulturelle Tätigkeit wieder auf. Als der griechisch-türkische Krieg dem Ende zuging und die kemalistischen Truppen die Stadt eroberten, weigerte sich der Metropolit, aus Smyrna zu flüchten und die Christen ihrem Schicksal zu überlassen. Noch am Tag des türkischen Einmarschs, dem 9. September 1922, wurde Chrysostomos von einem Mob gefoltert und verschleppt. Er erlag seinen Verletzungen. (KNA)

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