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Terror-Miliz hatte vergangene Woche mehrere hundert Menschen entführt

Christen fliehen aus Gewalt des IS

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München - Rund 30 Christen ist in Syrien offenbar die Flucht aus der Geiselhaft des "Islamischen Staates" gelungen. Das berichtete ein syrisch-katholischer Pfarrer dem Hilfswerk "Kirche in Not". Die Terror-Miliz hatte in der vergangenen Woche fast 300 Menschen entführt.

"Wir wissen nicht, was der IS mit den Geiseln vorhat", sagte Youssef. Zurzeit bemühten sich der syrisch-orthodoxe und der syrisch-katholische Bischof von Homs über Kontaktleute um eine Freilassung. Die Angst unter den Menschen vor weiteren Entführungen sei groß, ergänzte der Ordensmann. "Viele Leute denken daran, ihre Orte oder gar das Land zu verlassen. Die Angst wächst."

Youssef gehört der Ordensgemeinschaft von Mar Musa an, die in Al-Quaryatayn ein Kloster unterhält. Aus diesem waren im Juni Pater Jacques Mourad und Diakon Boutros entführt worden. Von ihnen fehlt jedes Lebenszeichen. Mourad habe seit vielen Jahren Brücken zwischen den Religionen gebaut, so Youssef. Vermutlich sei das auch der Grund für die Entführung gewesen. In der vergangenen Woche war das Kloster schließlich von den Terroristen eingenommen sowie weitere Familien entführt worden.

Papst Franziskus kritisiert zunehmende Gewalt gegen Christen

Angaben zufolge griffen die Islamisten mit drei Selbstmordattentaten auf Kontrollposten an. Anschließend seien die Milizen am Mittwochnachmittag in den Ort vorgerückt. Die syrische Regierungsarmee habe mit dem Abwurf von Fassbomben reagiert, aber keine Bodenoffensive für eine Rückeroberung unternommen.

Eine Familie starb laut Informationen aus Kirchenkreisen, als sie auf der Flucht von einer Detonation erfasst wurde. Wie viele Zivilisten genau bei der Einnahme durch den IS und die nachfolgende Bombardierung ums Leben kamen, ist unbekannt. Nach Angaben aus Syrien wurden bei den Kämpfen 37 Angehörige der Regierungstruppen und 23 Rebellen getötet.

Papst Franziskus hatte in der vergangenen Woche angesichts der Gewalt gegen Christen weltweit, vor allem im Nahen Osten, ein Schweigen der Welt kritisiert. In einem Brief bezeichnete er die christlichen Opfer von Terror und Vertreibung als "Märtyrer von heute". "Ich erneuere meinen Wunsch, dass die Internationale Gemeinschaft nicht stumm und untätig bleibt angesichts solcher inakzeptabler Verbrechen", schrieb der Papst einem Brief an den Patriarchalvikar für Jordanien, Bischof Maroun Lahham. Neben anderen religiösen Minderheiten würden vor allem Christen vor den Augen der ganzen Welt zu Opfern von Fanatismus, Intoleranz und Verfolgung. "Sie sind die Märtyrer von heute, gedemütigt und diskriminiert wegen ihrer Treue zum Evangelium", so Franziskus. (som/KNA)

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