Christenverfolgung, Erziehung und Papstreise
Christenverfolgung muss aufhören
Papst Franziskus hat erneut zu Solidarität mit den bedrohten Christen weltweit aufgerufen. Das "nicht hinnehmbare Verbrechen" der Verfolgung müsse ein Ende haben, sagte er bei seiner Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz. Es brauche mehr Sensibilität für dieses Drama. Religionsfreiheit sei ein "unveräußerliches Menschenrecht". Anlass des Aufrufs ist eine Initiative der Italienischen Bischofskonferenz, zu Pfingsten eine Gebetswache für die verfolgten Christen abzuhalten. (KNA)
An Chinas Katholiken: Bleibt der Kirche treu
Ebenfalls während der Generalaudienz hat Papst Franziskus an die Katholiken in China appelliert, treu zur Kirche zu stehen. Sie sollten glaubwürdige Zeugen der christlichen Botschaft sein, "spirituell vereint mit dem Fels Petri, auf den die Kirche gegründet ist", sagte er.
Anlass des Appells war das Fest "Maria, Hilfe der Christen" am kommenden Sonntag. An diesem Tag pilgern jährlich Tausende chinesische Katholiken zum Marienheiligtum Sheshan in der Nähe von Shanghai. Auf Initiative von Papst Benedikt XVI. (2005-2013) wird der Festtag seit 2007 als katholischer Gebetstag für die Kirche in China begangen. Romtreue Christen sind dort häufig den Anfeindungen und Repressionen des autoritären Regimes ausgesetzt. (KNA)
Gesellschaft darf Eltern nicht bevormunden
Bei der Audienz äußerte sich Papst Franziskus auch zum Thema Erziehung. Er beklagte eine zunehmende Verunsicherung von Familien durch die Erziehungsvorgaben der Gesellschaft. Sogenannte Experten versuchten die Rolle der Eltern einzunehmen und mischten sich auch in die intimsten Bereiche der Erziehung, sagte er auf dem Petersplatz. Intellektuelle Kritiker hätten Eltern auf vielfache Weise gescholten.
"Über das Gefühlsleben, über die Persönlichkeit und die Entwicklung, über die Rechte und Pflichten: die 'Experten' wissen alles", so Franziskus. Eltern würden zu Zuhörern degradiert, die zu lernen hätten, und verließen sich oft auf solche Ratgeber. Dadurch entfernten sie sich letztlich vom Leben ihrer Kinder, so der Papst.
Die traditionelle Familie stehe heute vielfach unter dem Verdacht, autoritär und konformistisch zu sein. "Zwischen Familien und der Gesellschaft besteht in der Tat ein Riss, der das gegenseitige Vertrauen aushöhlt, und deshalb steckt das Bündnis der Gesellschaft mit der Familie im Bereich der Erziehung in einer Krise", betonte Franziskus.
Auch die Erziehungsmodelle der Vergangenheit hätten Mängel gehabt. Eltern hätten aber auch das Recht, gewisse Irrtümer zu begehen. Viele von ihnen seien heute aus Angst, Fehler zu machen, wie paralysiert.
Gute Erziehung in der Familie ist das Rückgrat der Menschlichkeit.
Papst Franziskus
Demgegenüber gäben viele christliche Eltern ein Beispiel für menschliche Weisheit. "Sie zeigen, dass gute Erziehung in der Familie das Rückgrat der Menschlichkeit ist."
Franziskus rief die Eltern auf, ihre Kinder nicht zu überfordern. Insbesondere getrennte Paare dürften sie nicht als Werkzeug gegeneinander einsetzen. Auch wenn Vater und Mutter nicht mehr zusammenlebten, dürften sie vor den Kindern nicht schlecht über den anderen reden. (KNA)
Argentinische Medien berichten über Morddrohung gegen Papst
Bizarre Morddrohung gegen Papst Franziskus und seinen in Argentinien lebenden Neffen Walter Sivori: Wie die Tageszeitung "La Voz" am Dienstag (Ortszeit) berichtet, erhielt Sivori eine telefonische Morddrohung gegen sich und das Oberhaupt der katholischen Kirche. Den Angaben zufolge kündigte ein unbekannter männlicher Anrufer dem 45 Jahre alten Geistlichen aus La Plata an, ihn oder seinen Onkel - also Papst Franziskus - zu enthaupten. Vor dem Pfarrhaus wurde daraufhin ein Polizeifahrzeug postiert. Sivori selbst habe Franziskus über die Drohung informiert, hieß es. Nähere Hintergründe zu dem Anruf sind laut dem Bericht bislang nicht bekannt. (KNA)
Eine Million Teilnehmer bei Papstmesse in Ecuador erwartet
Mehr als eine Millionen Menschen werden im Rahmen des Ecuador-Besuches von Papst Franziskus zum Freiluftgottesdienst am 6. Juli im Heiligtum der Stadt Guayaquil erwartet. Das sagte ein Sprecher des Wallfahrtsortes am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Ecuadors Präsident Rafael Correa besuchte am gleichen Tag das 45 Hektar große Areal rund um das Heiligtum, um sich vor Ort ein Bild von den Vorbereitungen zu machen.
Papst Franziskus besucht vom 6. bis 12. Juli Südamerika. Stationen der Reise sind Ecuador (6. bis 8. Juli), Bolivien (8. bis 10. Juli) und Paraguay. Am Sonntag, den 5. Juli, startet der Papst morgens aus Rom in die ecuadorianische Hauptstadt Quito. Am darauffolgenden Montag feiert er den Gottesdienst in Guayaquil und trifft nach seinem Rückflug in Quito mit Präsident Correa zusammen. Am Dienstag steht unter anderem eine Messe in einem Park der ecuadorianischen Hauptstadt auf dem Programm. (KNA)
Papst will in Bolivien 40 große Holzkreuze segnen
Papst Franziskus wird nach einem Bericht des Nachrichtenportals eju.tv von Dienstag (Ortszeit) während seines Aufenthaltes in Bolivien 40 große Holzkreuze segnen. Die in der Stadt Concepcion rund 250 Kilometer von Santa Cruz entfernt geschnitzten Kreuze enthalten unter anderem Reliquien der von Papst Johannes Paul II. seliggesprochenen argentinischen Ordensschwester Nazaria Ignacia March Mesa (1889 - 1943). Von den 40 Kreuzen werden anschließend 22 Kreuze in alle 22 lateinamerikanischen Länder geschickt, 18 Kreuze bleiben in Bolivien. (KNA)