Suche
Frauen in Mosambik befreien sich von der Last der Tradition

Damit sich etwas ändern kann

Dieser Inhalt ist nur erlaubt, wenn Sie Cookies vom Typ "readspeaker" zulassen.

Frauen in Mosambik.
Maputo - Die Sexismus-Debatte in Deutschland ist für Frauen in Afrika sehr weit weg. Aber das Gender-Thema beschäftigt auch die 33-jährige Laura aus dem Elendsviertel Maxaquene A am Rande der mosambikanischen Hauptstadt Maputo. Auf einer Informationsveranstaltung der Organisation Blue Horizont will sie mehr über ihre Rechte erfahren und sich mit anderen Frauen austauschen.

Was ist das größte Problem von Frauen in Mosambik? "Dass die Männer den Frauen Kinder machen und sie dann sitzen lassen und nicht zahlen", antwortet die alleinerziehende Mutter. Das Gesetz könne da kaum helfen. Die Väter seien zwar zu Unterhaltszahlungen verpflichtet. Aber die meisten hätten kein Geld. Und die anderen würden lieber die Behörden bestechen als für ihre Kinder zu zahlen.

Laura hat da noch Glück. Der Vater ihrer Kinder gibt ihr manchmal Geld, wenn er etwas verdient hat. Sie selbst verkauft Kohle, um ihren Unterhalt zu verdienen.

"Wir wollen mehr"

"Die Männer haben halt die Macht", sagt die 33-Jährige. Das sei tief in der Tradition Mosambiks verwurzelt. Das ändere sich nur sehr langsam. So gebe es einige wenige Frauen in Führungspositionen, auch in der Regierung wie Frauenministerin Iolanda Cintura. "Wir wollen aber mehr", verlangt Laura.

Vier Frauen warten am in einem Krankenhaus in Accra, Ghana, mit ihren Babys auf eine nachgeburtliche Untersuchung.

"Es gibt Organisationen, die uns Frauen helfen, und solche Informationsgespräche wie heute helfen uns." Bei dem Treffen geht es vor allem um praktische Fragen. Die Frauen erfahren, an welche Behörde sie sich bei Problemen wenden können: "Jetzt wissen wir, wo wir hingehen müssen, um die Hilfe zu bekommen, die uns zusteht."

Organisiert hat das Treffen die Organisation Blue Horizont, die mit ihrer Informationsarbeit mitten in den sozialen Brennpunkten ansetzt. Zu deren Beweggründen erklärt Mitbegründerin Dalila Macuacua: "In meiner Nachbarschaft gab es viele Probleme. Das habe ich irgendwann angefangen zu sehen und dagegen wollte ich etwas tun." Täglich habe sie nun mit Sorgen wegen Aids, häuslicher Gewalt oder Vergewaltigungen zu tun. "Problematisch ist, dass Frauen hier immer ärmer sind als Männer und dass sie oft nicht wissen, wie sie sich gegen Unrecht wehren können."

Großes Interesse an Aufklärung

Das Interesse an den Aufklärungsprogrammen sei groß, sagt Macuacua. Aber die Teilnahme scheitere oft daran, dass die Frauen arbeiten müssten oder Probleme haben, zum Treffpunkt zu gelangen. "Manchmal fehlt dann einfach auch das Geld für den Bus", sagt die 35-Jährige.

An dem Abend, an dem Laura teilnimmt, geht es vor allem um die Waisenkinder, die auf der Straße leben müssen und auf Verständnis angewiesen sind. Blue Horizont betreibt auch Bildungsprogramme für Frauen und unterstützt sie mit Schulmaterialien. Viele Frauen in den sozialen Brennpunkten Mosambiks können nicht lesen und schreiben. "Wir arbeiten daran, das es besser wird", sagt Dalila Macuacua mit entschlossener Stimme. "Ich glaube ganz fest daran, dass es möglich ist, etwas zu ändern."

Von Britta Pedersen (dpa)

kna-katholisch-swarm-node3 (0.016s)