Die Kirche braucht Sensibilität
Der Geist der Korruption im Land habe es geschafft, "Familien, Pensionäre, ehrliche Arbeiter, christliche Gemeinschaften schamlos in die Armut zu treiben und die Jugendlichen auszusortieren, die systematisch jeder Hoffnung für ihre Zukunft beraubt sind, und besonders die Schwachen und Bedürftigen an den Rand zu drängen". Die Bischöfe müssten die Gläubigen zudem gegen eine "ideologische Kolonisierung" der Gesellschaft verteidigen. Mehr denn je erfordere die Situation die "Sensibilität der Kirche", so Franziskus, zu dessen Titeln auch der des "Primas von Italien" zählt.
Laien sollen mehr Verantwortung übernehmen
Weiter forderte der Papst die Bischöfe auf, Laien mehr Verantwortung zu übertragen. Die "unverzichtbare Rolle der Laien" gelte es zu stärken und ihnen die Kompetenzen einzuräumen, "die ihnen zustehen".
Es sei nicht gut, wenn Bischöfe danach strebten, die ganze Verantwortung im politischen, sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Bereich an sich zu ziehen. Laien mit einer "authentischen christlichen Bildung" bräuchten keinen "Piloten-Bischof", so Franziskus. "Stattdessen brauchen alle einen Hirten-Bischof."
Franziskus mahnte die Bischöfe, ihre Schreiben und Dokumente an die Gläubigen so zu formulieren, dass diese sie auch verstehen. "Es darf kein abstrakt theoretisch-doktrinärer Aspekt vorherrschen, so als ob unsere Orientierungen sich nicht an unser Volk oder an unser Land richteten, sondern nur an einige Studierte und Spezialisten", sagte er. (KNA)