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Steffen Zimmermann über den Weltjugendtag

Die Kraft der Frohen Botschaft

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Schachfigur
Bonn - Steffen Zimmermann über den Weltjugendtag

Es war eine Diskussion, die man wohl getrost als "typisch Deutsch" bezeichnen kann. Aufgeregt wurde im Vorfeld des Weltjugendtags über die Anmeldezahlen aus Deutschland diskutiert. Die seien viel zu gering, hieß es in kirchlichen Kreisen immer wieder. Wenn nicht noch deutlich mehr Jugendliche für eine Teilnahme begeistert werden könnten, drohe in Krakau ein Desaster. Und überhaupt: Die wenigen Anmeldungen von deutschen Jugendlichen für den Weltjugendtag seien nur ein weiteres Zeichen für den fortschreitenden Niedergang der Kirche in Deutschland.

Teilweise hatte man bei diesen Diskussionen den Eindruck, der Weltjugendtag sei lediglich eine Leistungsschau katholischer Nationen. So wie es bei Olympischen Spielen allzu oft nur um eine möglichst gute Position der eigenen Nation im Medaillenspiegel geht, schien mancher kirchlich Verantwortliche hierzulande vor allem von der Sorge um Deutschlands Platzierung im internationalen Katholizitäts-Ranking getragen zu sein.

Jetzt, wo der Weltjugendtag endlich begonnen hat, ist von diesen Diskussionen - Gott, sei Dank - nichts mehr zu hören. Stattdessen erreichen uns aus Krakau Bilder, die Freude machen und die zeigen, was wirklich wichtig ist. Hunderttausende Jugendliche aus aller Welt feiern gemeinsam und friedlich ihren Glauben. Kann es in diesen unruhigen, von Gewalt und Terror geplagten Tagen ein stärkeres Zeichen gegen den Wahnsinn in der Welt geben?

Der Weltjugendtag zeigt wie unter einem Brennglas die segensreiche Wirkung der Weltkirche und des christlichen Glaubens. Über die Grenzen von Rassen, Sprachen und Nationen hinweg vereint die Frohe Botschaft Menschen aus der ganzen Welt. Deshalb ist es auch vollkommen irrelevant, wer in Krakau aus welchem Land kommt und ob Deutschland nun das fünft-, sechst- oder siebtgrößte Teilnehmer-Kontingent stellt. Beim Weltjugendtag in Krakau wird deutlich: Die Frohe Botschaft hat die Kraft, Menschen in Frieden und Solidarität zu verbinden - eine Nachricht voller Hoffnung für eine aus den Fugen geratene Welt.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von katholisch.de wider.

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