Diözese bedauert Kreuzabnahme von Papststatue
Die Diözese Vannes in Frankreich kritisiert die geplante Entfernung eines Kreuzes von einem öffentlichen Denkmal, das Papst Johannes Paul II. zeigt. Man sei zwar nicht direkt von dem juristischen Streit zwischen einem Freidenker-Verband und der Kommune Ploermel betroffen und werde die Entscheidung des Verwaltungsgerichts nicht anfechten, heißt es in einer Erklärung auf der Internetseite der Diözese. Aber die Kirche beklage die Tendenz, dass christliche Zeichen in einer ohnehin orientierungslosen Gesellschaft immer weniger sichtbar gemacht werden.
"Christus und das Kreuz anzugreifen, bedeutet die Grundlage des ausgewogenen Säkularismus anzugreifen", heißt es weiter. Dieser ermögliche es jedem, sein Bestes zum Aufbau einer friedlichen Gesellschaft zu geben. Die ausgeglichene Form des Säkularismus in Frankreich sei deshalb gefunden worden, weil Denker und Führer von Jesus erleuchtet wurden, der sagte: "Gib dem Kaiser, was dem Kaiser gehört und Gott, was Gott gehört". Formulierungen wie "christliche Wurzeln" vermeidet das Bistum dagegen.
Auf die Trennung von Kirche und Staat legt man in Frankreich großen Wert. Nun hat das höchste Verwaltungsgericht entschieden: Auch Johannes Paul II. muss ohne Kreuz auskommen.
Die 9.800-Einwohner-Gemeinde Ploermel in der Bretagne hatte das Denkmal im Jahr 2006 von dem georgisch-russischen Bildhauer Surab Zereteli in Erinnerung an den Papstbesuch 1996 geschenkt bekommen. Um das 7,50 Meter hohe Monument gab es von Anfang an Kontroversen und Demonstrationen für die Trennung von Kirche und Staat. Ein Gesetz aus dem Jahr 1905 schreibt die strikte Trennung vor und verbietet die Anbringung religiöser Zeichen an öffentlichen Orten. Ausnahmen gibt es etwa für Kirchen.
Nach einem mehrjährigen Rechtsstreit entschied der französische Staatsrat am 24. Oktober zugunsten der Klage eines regionalen Freidenker-Verbands. Entgegen einer früheren, später wieder aufgehobenen Gerichtsentscheidung, muss jedoch nicht das gesamte Denkmal, sondern nur das prominente Kreuz entfernt werden. Die Papst-Statue steht in einem Steinbogen mit einem großen steinernen Kreuz auf der Spitze.
Das Gericht gab der Gemeinde sechs Monate Zeit, um das Kreuz zu entfernen. Der Bürgermeister hatte bereits angekündigt, den Künstler kontaktieren zu wollen um zu erfahren, ob dieser für die Entfernung des Kreuzes offen sei. Die Diözese Vannes bot in ihrer Erklärung Hilfe an, "um eine respektvolle Lösung zu finden, die in der Weisheit gründet". (luk)