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Münsteraner Weihbischof kritisiert aktuelle Asyldebatte

"Ein Stück weit Populismus"

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Weihbischof Dieter Geerlings mit bedenklicher Miene
Bonn - In der Diskussion um eine mögliche Verschärfung des Asylrechts kritisiert der Münsteraner Weihbischof Dieter Geerlings die Politik. "Die Debatte zeigt, dass die Politik ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz am Dienstag gegenüber katholisch.de.

Angesichts steigender Asylbewerberzahlen aus Serbien und Mazedonien hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am vergangenen Wochenende angekündigt, die Aufnahmeregeln für Flüchtlinge aus diesen Ländern verschärfen zu wollen. In der "Bild"-Zeitung sprach Friedrich von "Asylmissbrauch".

Für Geerlings sind die Forderungen von Friedrich und anderen Politikern "ein Stück weit Populismus". Man müsse sich genau anschauen, welche Menschen zurzeit aus Serbien und Mazedonien kommen. Dabei handele es sich in vielen Fällen um Roma. "Diese leben unter sehr schlechten Bedingungen in Serbien", so der Weihbischof, der auch Mitglied des Integrationsbeirats der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration ist. Zugleich forderte er, Asylbewerbern in Deutschland einen besseren Zugang zu Bildung und Arbeit zu gewähren – auch, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.

Situation in den Aufnahmelagern verschärft sich

Gleiches fordert auch die FDP. Nach den Worten ihres Innenexperten im Bundestag, Hartfrid Wolff, sollte das Arbeitsverbot für Asylbewerber in Deutschland aufgehoben werden. Sie sollten das Recht zur Arbeit "vom ersten Tag an" erhalten, sagte Wolff dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Es gebe in Deutschland einen "erheblichen Bedarf" an Arbeitskräften, meinte er zur Begründung. Deshalb sei es nicht einzusehen, warum Asylbewerber nicht sofort einen Job antreten könnten. Der mögliche Verdienst solle mit den Leistungen des Staates verrechnet werden.

Unterdessen verschärft sich vielerorts die Situation in den Aufnahmelagern, beispielsweise in Zirndorf im Landkreis Fürth. Die Einrichtung ist seit Wochen in den Schlagzeilen, da die Asylbewerber dort mittlerweile in beheizten Zelten sowie in der katholischen Kapelle, der Cafeteria und dem muslimischen Gebetsraum untergebracht werden müssen. Das stößt bei Kirchenvertretern sowie Sozialpolitikern von SPD, Grünen, Freien Wählern und der FDP auf anhaltende Kritik.

(meu)

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