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Walter Brüggemann kommt im Kinderdorf "Casa Santa Rosa" an

"Eine schöne Überraschung"

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Cañete - Nach mehreren Stunden im Flugzeug und im Überlandbus ist Walter Brüggemann endlich im peruanischen Küstenort Cañete angekommen. Das Kinderdorf "Casa Santa Rosa" wird nun für ein Jahr seine Heimat sein. Hier wird er gemeinsam mit anderen Freiwilligen (Voluntarios) mit den Kindern zusammenleben und Projekte koordinieren. Die erste Begegnung mit den Jungen und Mädchen wird sicherlich einer der Momente sein, die ihm in Erinnerung bleiben:

Endlich, mein Bus hat Cañete erreicht. Mit einer Mischung aus Müdigkeit und gespannter Erwartung steige ich aus und muss nicht lange warten: Claudia, die schweizerische Koordinatorin der freiwilligen Helfer und verantwortlich für mich und die anderen Voluntarios, holt mich zusammen mit dem Fahrer Benito ab. Claudia und ich haben uns bereits bei meinem ersten Besuch im Kinderdorf Anfang Februar kennengelernt und seither via Skype Kontakt gehalten. Die Wiedersehensfreude ist groß. Im Gespräch mit Benito kann ich meine neuen Spanischkenntnisse anwenden und freue mich, dass wir uns direkt verstehen.

Im Kinderdorf angekommen lerne ich zunächst die anderen Voluntarios im Haus der freiwilligen Helfer kennen, mit denen ich nun ein Jahr zusammenleben werde. Da sind Julia aus Österreich, eine 25 Jahre alte Krankenschwester, und Ana, eine 34-jährige Spanierin, die für die Kommunikation zwischen Kinderdorf und Hilfsorganisation, aber auch nach außen, zuständig ist. Außerdem lerne ich Kiran aus Kanada kennen. Der 26-Jährige ist Tischler und Musiker. Mit ihm werde ich ab jetzt mein Zimmer teilen.

Selbst gebastelte und gemalte Willkommensschilder zur Begrüßung

Alle empfangen mich genauso freundlich und offen, wie es Claudia und Benito zuvor getan haben. Ich fühle mich direkt integriert und freue mich auf das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft. Wie in meinen guten alten Internatstagen! Auch freue ich mich, dass die internationale Besetzung der Voluntarios dazu führt, dass wir - wenn wir alle zusammen sind - ausschließlich Spanisch sprechen. Ich bin überrascht, wie gut Claudias Sprache seit Februar geworden ist. Das macht mir Mut!

"Herzlich willkommen in unserem Haus"

Nachdem wir uns alle kennengelernt haben, geht es auch schon gemeinsam zum Abendessen in den Comedor (Speisesaal), der in diesem Jahr - ebenso wie die Küche - aus Spendengeldern neu erbaut wurde.

Als wir den Comedor betreten werde ich überrascht und bin sehr gerührt, weil alle Kinder und Helfer ein Spalier bilden und mir über hundert Kinderstimmen zur Begrüßung zurufen: "Bienvenido en nuestra casa, Tio Walter!" (Herzlich willkommen in unserem Haus, Onkel Walter).

Ich schreite durch das Spalier auf einige Mädchen zu, die mit zwei selbst gebastelten und gemalten Willkommensbildern auf mich warten. Es wird mir warm ums Herz, als ich in all die freudigen Kindergesichter und strahlenden Augen schaue! Während meiner Reise habe ich mir einige Worte überlegt, die ich zur Begrüßung sagen möchte. Hoffentlich fallen sie mir alle noch ein! Wenn auch noch ein wenig holprig, klappt es dann aber ganz gut.

Nach dem Abendessen heißt es Koffer auspacken und sich einrichten, um anschließend mit den anderen Voluntarios zusammenzusitzen und die ersten großen Ritter-Sport-Schokoladen zu essen, die ich aus Deutschland für sie mitgebracht habe.

Das Gelände des Kinderdorfes "Casa Santa Rosa" bietet viele Freizeitmöglichkeiten, aber auch Platzreserven für geplante Bauprojekte.

Eine ruhige erste Nacht

In der ersten Nacht schlafe ich sehr gut und bin am nächsten Morgen bereit für eine Besichtigung des Kinderdorfes. Claudia führt mich herum, um mir alles zu zeigen und zu erklären und mich bei der Gelegenheit mit den ersten "Tias" und "Tios" und den Kindern bekannt zu machen, die wir treffen. Auch dabei werde ich mit offenen Armen empfangen.

Das Kinderdorf "Casa Santa Rosa" ist etwa zehn Jahre alt und gehört mit dem Kinderdorf in Bolivien zu den jüngsten Kinderdörfern von "Nuestros Pequeños Hermanos". Hier in Peru leben etwas mehr als hundert Kinder, die sich je nach Alter und Geschlecht auf sechs Häuser verteilen. Jedes Haus wird von einem "Tio" und einer "Tia" geführt, quasi die Hauseltern, die mit den Kindern dort zusammenleben. Ergänzt werden die Unterkünfte durch das neu errichtete Babyhaus, in dem die jüngsten Kinder untergebracht sind.

Auf dem Gelände gibt es viele Freizeitmöglichkeiten für die Kinder: einen großen Sportplatz mit einem Rasenplatz für Fußball, ein Volleyballfeld und ein kleines Fußball- und Basketballfeld, auf dem jedes Wochenende sportliche Aktivitäten stattfinden. Die kleineren Kinder können sich auf zahlreichen Schaukeln, Wippen und anderen Spielgeräten austoben.

Das Gelände bietet noch viele Platzreserven und ich bin auf meine erste Arbeitswoche gespannt, in der ich dann mit Claudia und dem Leiter des Dorfes, Nationaldirektor Alfredo, zusammenarbeiten werde. Dann erfahre ich auch mehr über die geplanten Projekte, insbesondere die Bauprojekte.

Und so geht es weiter

Wie ich in meinem letzten Beitrag schon geschrieben habe, möchte ich die ersten Wochen hier nutzen, um im Dorf "anzukommen". Wie es mir dabei ergeht, ob ich mich schnell einarbeiten und dann wirklich mithelfen kann, darüber berichte ich in den nächsten Beiträgen. Und auch darüber, was ich hier mit den Jungen und Mädchen erlebe und welche Möglichkeiten es gibt, von außen mitzuhelfen, damit es den Kindern in Lateinamerika und speziell hier im Kinderdorf besser geht.

Von Walter Brüggemann

Die Hilfsorganisation

Die Hilfsorganisation Nuestros Pequeños Hermanos (Unsere kleinen Brüder und Schwestern) wurde 1954 in Mexiko vom US-amerikanischen katholischen Priester William Wasson gegründet. Das Kinderhilfswerk unterhält Waisenhäuser in mehreren Staaten Lateinamerikas und der Karibik und wird unter anderem vom katholischen Kindermissionswerk "Die Sternsinger" unterstützt.

Die Hilfsorganisation
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