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Radiosender entschuldigte sich bei Erdbeben-Geschädigten

Erdbeben als "Strafe Gottes": Sendung abgesetzt

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Feuerwehrleute im vom Erdbeben zerstörten Norcia
Mailand - Am 30. Oktober hatte es in Mittelitalien ein starkes Erdbeben gegeben. Ein Pater bezeichnete das in einer Radiosendung als Strafe Gottes - etwa im Blick auf Homosexualität. Das blieb nicht ohne Konsequenzen.

Wegen einer Äußerung über das mittelitalienische Erdbeben als "Strafe Gottes" hat das italienische Radio Maria die Sendereihe des betreffenden Geistlichen abgesetzt. Die dort vertretene Position stehe nicht in Einklang mit der Barmherzigkeit als Kern der christlichen Botschaft, teilte der katholische Privatsender am Samstag in Mailand mit. Zugleich entschuldigte er sich bei den Geschädigten in der Erdbebenzone.

Der Vatikan und Bischöfe der Erdbebenregion äußerten sich indigniert und distanzierten sich von der Aussage. "Dieser Kommentar beleidigt die Gläubigen", sagte der hochrangige Kurienvertreter Erzbischof Angelo Becciu der italienischen Nachrichtenagentur Ansa am Freitag. Die Bemerkungen des Moderators seien "vorchristlich" und widersprächen dem von Christus überlieferten Bild Gottes, sagte Becciu.

Der Dominikanerpater antwortete auf eine Hörerfrage

Der Dominikanerpater und frühere Dogmatik-Professor Giovanni Cavalcoli (75) hatte in seiner monatlichen Sendung auf eine Hörerfrage geantwortet, das Erdbeben in Mittelitalien Ende Oktober sei auch eine Strafe Gottes "im Sinn eines Appells an das Gewissen, die Prinzipien des Naturrechts wiederzuentdecken", etwa im Blick auf Ehe und Familie oder die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften.

In einem Telefoninterview des Senders Radio 24 zu seinen Äußerungen befragt, bejahte Cavalcoli am Freitagabend die zugespitzten Thesen, Homosexualität oder ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare verdienten eine göttliche Bestrafung durch Naturkatastrophen. Seit dem 24. August war Mittelitalien von mehreren Erdbeben erschüttert worden, bei denen fast 300 Menschen ums Leben kamen und Tausende ihre Häuser und Wohnungen verloren. (jhe/KNA/dpa)

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