Erzbischof Bentz wirbt für Pilgerreisen ins Heilige Land
Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz wirbt für Pilgerreisen zu den heiligen Stätten in Israel und den palästinensischen Gebieten. Pilgern sei nicht bloß Tourismus, sondern gehöre als Begegnung mit den Ursprungsstätten des christlichen Glaubens zum Glaubensleben selbst, erklärte Bentz nach der Rückkehr von einer Israelreise am Donnerstag in Paderborn. Das gehe natürlich nur, sobald und soweit die Situation dies zulasse. Pilger könnten die christlichen Gemeinden in Bethlehem, Nazareth und Jerusalem auch wirtschaftlich unterstützen.
Der Kirche in Deutschland komme die besondere Verantwortung zu, sich mit den Menschen im Westjordanland zu solidarisieren. Das beginne bei persönlicher Präsenz: "Dass man hinfährt, dass man das Gespräch sucht, dass man sich interessiert - das allein ist bereits ein starkes Zeichen."
Christen als verbindendes Moment
Bentz hob auch die Rolle der Christen vor Ort hervor, die sich in den politischen, religiösen und gesellschaftlichen Spannungen oft zwischen den Konfliktparteien erlebten. "Genau deswegen können sie auch noch einmal ein verbindendes Moment sein", sagte der Erzbischof. Die Stimme der christlichen Minderheit sei nicht ohne Gewicht. Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem verbinde christliche Gemeinden über politische Grenzen hinweg. Und durch die Zugehörigkeit zur weltweiten Kirche könnten die Christen auch aktiv Entwicklungen mitgestalten.
Der Paderborner Erzbischof war bis September Nahost-Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz; seitdem ist er Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und karitative Fragen. Er sieht eine Verbindung zwischen beiden Bereichen: Fragen gesellschaftlicher Gerechtigkeit, der Versöhnung und friedensethischer Prinzipien stellten sich in jedem politischen Kontext. Sie stellten sich mit Blick auf sozialpolitische Entwicklungen und auf den Zusammenhalt Europas gleichermaßen. Für die Kirche schließe er daraus, dass sie ihre geistlichen Grundlagen nicht von ihrem gesellschaftlichen Auftrag trennen könne.