Erzbischof bestürzt über Blutbad
"Warum es immer wieder solche tragischen Schießereien gibt, ist schwer zu verstehen", schrieb Sample in einer Botschaft für einen Trauergottesdienst in Roseburg. "Traurigerweise leben wir inmitten einer Kultur, die die Würde und Heiligkeit jedes Menschenlebens nicht so hoch achtet, wie sie es früher tat."
Präsident Barack Obama zeigte sich ebenfalls erschüttert. Anders als Sample sprach er sich aber erneut für strengere Waffengesetze aus. "Wir sind das einzige fortschrittliche Land der Erde, das diese Massen-Schießereien alle paar Monate erlebt", sagte Obama im Weißen Haus. Sowohl die Berichterstattung in den Medien als auch die anschließende Debatte über tödliche Shootings sei zur Routine geworden. Obama erinnerte an besonders prominente Fälle in Columbine und Aurora (Colorado), Newtown (Connecticut) und Charleston (South Carolina).
Obama: "Wir können etwas daran ändern"
Es könne nicht sein, dass die ein Recht auf Waffen garantierende US-Verfassung eine zumindest moderate Regelung über den Besitz tödlicher Schusswaffen verbiete, sagte Obama. "Wir können etwas daran ändern, aber wir müssen unsere Gesetze ändern", sagte Obama. Dafür brauche er jedoch die Unterstützung der Gesetzgeber in den einzelnen 50 Bundesstaaten und die des Kongresses. Die dort beide Parlamentskammern beherrschenden Republikanern hatten Obamas Anläufe, strengere Waffengesetze durchzusetzen, immer wieder blockiert.
Am Donnerstag hatte ein 26-Jähriger im Umpqua-College in Roseburg mindestens zehn Menschen erschossen. Anschließend wurde er bei einem Schusswechsel mit der Polizei selbst getötet. Während des Massakers hatte er angeblich die Opfer nach ihrer Religionszugehörigkeit gefragt und gezielt Christen getötet. (bod/dpa/KNA)