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Keine Unterstützung auf kirchlichem Terrain

Erzbischof Gadecki distanziert sich von Volksinitiative "Stopp LGBT"

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Der Erzbischof von Posen, Stanislaw Gadecki, ist derzeit Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz.
Warschau - Die konservative Volksinitiative "Stopp LGBT" will Polen frei von "Homo-Propaganda" sehen und hofft auf kirchliche Unterstützung. Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz erteilt dem nun eine Absage – das gilt jedoch nicht für alle Bischöfe.

Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaw Gadecki, stellt sich gegen die Volksinitiative "Stopp LGBT". Er sei nicht damit einverstanden, dass auf kirchlichem Terrain für die Initiative geworben werde und Unterschriften für sie gesammelt werden, heißt es in einem Rundschreiben an die Pfarrer seines westpolnischen Erzbistums Poznan (Posen), das die Nachrichtenagentur KAI (Montagabend) verbreitete. Die ultrakonservative Stiftung "Leben und Familie" will mit der Volksinitiative "Stopp LGBT" im Versammlungsgesetz ein Verbot von Paraden und Demonstrationen für die Gleichstellung von Homosexuellen festschreiben.

Die von Kaja Godek, einer in Polen bekannten Abtreibungsgegnerin, geführte Stiftung hatte die Bischöfe um Unterstützung bei der Unterschriftensammlung gebeten. Darauf schrieb der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Weihbischof Artur Mizinski, Anfang September den Diözesanbischöfen, es obliege ihnen, den Gläubigen in kirchlichen Räumlichkeiten ihrer Bistümer die Unterzeichnung dieses Projekts zu gestatten. Zudem bat er sie, "nach ihrer freien Entscheidung die Möglichkeit einer wohlwollenden Behandlung dieser Angelegenheit zu erwägen". Im Gegensatz zu Gadecki erlaubte laut Presseberichten der Erzbischof von Bialystok im Nordosten Polens, Tadeusz Wojda, die Unterschriftensammlung in den Pfarreien seines Erzbistums.

LGBT polarisiert Polen

Das Thema LGBT polarisiert das Land. Staatspräsident Andrzej Duda machte vor seiner Wiederwahl im Juli Stimmung gegen eine seiner Meinung nach gefährlichen "LGBT-Ideologie". Die Organisatoren der Volksinitiative "Stopp LGBT" wollen nun erreichen, dass der öffentliche Raum frei von "Homo-Propaganda" sei. Die Bürger sollten keine "widerlichen Veranstaltungen" auf ihren Straßen sehen müssen. Mindestens 100.000 Unterschriften sind notwendig, damit sich das Parlament mit der Initiative befassen muss. Einen Volksentscheid können Bürger in Polen nicht herbeiführen.

Polens Bischöfe hatten jüngst die Pflicht betont, die persönliche Würde von Homo-, Bi- und Transsexuellen zu respektieren. Im 27 Seiten umfassenden Standpunkt der Bischofskonferenz zur "LGBT+-Frage" von Anfang September verurteilten sie jede Gewalt und Aggression gegen diese Menschen. Zugleich sprachen sie sich allerdings gegen jedes Verhalten aus, das der "natürlichen sexuellen Orientierung" widerspreche. Auch sogenannte Konversionsbehandlungen von Homosexuellen befürworteten die Bischöfe. Kirchliche Beratungsstellen sollten "Menschen helfen, die ihre sexuelle Gesundheit und natürliche sexuelle Orientierung wiedererlangen wollen", heißt es in dem Dokument. (KNA)

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