Erzbischof Grünwidl würdigt Arbeit von Ständigen Diakonen
Nah dran am Leben der Menschen sind Diakone nach den Worten des Wiener Erzbischofs Josef Grünwidl so etwas wie das "Bischofsauge Gottes". "Viele von euch sind Familienväter, haben Kinder, ihr seid im Berufsleben. Ihr kennt die Fragen und Sorgen der Menschen, ihr seid nahe dran", sagte Grünwidl am Samstag bei der Weihe von elf Männer zu Ständigen Diakonen im Wiener Stephansdom. Sie könnten als "Auge Gottes" wirken, "weil ihr die Menschen seht und ihre Sorgen, weil ihr an die Ränder gehen könnt", so der Erzbischof.
Den neun verheirateten und zwei zölibatär lebenden Männern, die zu Ständigen Diakonen geweiht wurde, gab Grünwidl mit auf den Weg, die Freundschaft mit Christus sei eine zentrale Komponente des Diakonats: "Und Jesus Christus zum Freund zu haben, bedeutet auch, mit seinen Freunden verbunden zu sein", fügte er hinzu. Dabei seien Jesu Freunde vor allem die Armen, Verachteten und Kleinen gewesen.
Grünwidl forderte die Männer auf, sich an diesem Maßstab zu orientieren. "Geht an die Ränder und fragt euch immer wieder: Wie viele Freunde habe ich unter den Armen und Verachteten?", so der Auftrag des Erzbischofs. Dann könne Wirklichkeit werden, was Jesus seinen Freunden verspreche: "Wir sollen Frucht bringen und unsere Frucht soll bleiben."
Ständiger Diakonat
Diakone können im Auftrag des Bischofs oder des zuständigen Ortspfarrers Wort-Gottes-Feiern, Segnungen, Prozessionen und Begräbnisse leiten, predigen, taufen, kirchlichen Trauungsfeiern vorstehen sowie alten und kranken Menschen die heilige Kommunion bringen. Nicht ermächtigt sind Diakone dazu, heilige Messen zu feiern oder das Bußsakrament sowie die Krankensalbung zu spenden.
Für unverheiratete Weihekandidaten ist die Diakonweihe mit dem Zölibatsversprechen verbunden und eine meist einjährige "Durchgangsstufe" zur Priesterweihe. Seit 1968 können verheiratete Männer mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Ständigen Diakon geweiht werden. Diese Ständigen Diakone übernehmen das Diakonat auf Lebenszeit.