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Oberhirte hatte muslimische Gläubige als "Mauren" bezeichnet

Erzbischof kritisiert Muslim-Äußerungen von Mitbruder: Nicht korrekt

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Bischof mit Mitra
Tarragona - Rechte Parteien haben in einer spanischen Stadt muslimische Feierlichkeiten verboten. Ein Erzbischof stellt sich ihnen entgegen – und seinem Amtsbruder. Außerdem äußert er sich zu kirchenpolitischen Fragen.

Der spanische Erzbischof von Tarragona, Joan Planellas, hat seinen Amtsbruder, Erzbischof Jesús Sanz Montes, für dessen Äußerungen zu Muslimen kritisiert. Dieser hatte muslimische Gläubige als "Moritos" (Mauren) bezeichnet. "Das war nicht korrekt", sagte Planellas in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung "El País" (Sonntag). "Er wird wissen, was er zu sagen hat. Aber er weicht von der Mehrheitsmeinung der Bischofskonferenz ab." Erzbischof Sanz Montes hat mit ultrakonservativen Äußerungen in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt. So lobte der Erzbischof von Oviedo im März 2025 die erneute Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump, da dessen Rückkehr dazu dienen werde, die "Woke-Kultur in die Schranken zu weisen" und die "moralische Ordnung" wiederherzustellen.

Im Interview sprach Planellas sich für eine offene Gesellschaft aus. "Das Thema Migration für eigene Zwecke zu nutzen, ist eine Falle", sagte er. Zuvor hatten die rechten Parteien Vox und Aliança Catalana muslimische Feiern in der spanischen Stadt Jumilla in der Provinz Murcia verboten. Der Erzbischof hatte daraufhin betont: "Ein Fremdenfeind kann kein wahrer Christ sein." Die Gefahr einer Spaltung des Christentums in der Migrationsfrage sieht Planellas indes nicht. "Es ist das reine Evangelium: Wer Ohren hat, der höre", so der Erzbischof von Tarragona. "Aber es kann eine gewisse Polarisierung von Menschen geben, die sich als Christen bezeichnen und gegen Einwanderer sind."

Nicht in Sakristei zurückziehen

Es gelte, Räume zu finden, in denen alle Menschen zusammenleben könnten. Von der Politik forderte der Erzbischof, die Polarisierung zu verringern und die Fähigkeit zum Dialog und zum Zuhören wiederzuerlangen. Zu der Frage, ob die Kirche sich in politischen Fragen engagieren sollte, sagte Planellas: "Es ist gut, dass sich einfache Christen in der Politik engagieren, aber die Kirche als Institution darf nicht parteiisch sein. Das bedeutet nicht, dass wir uns in die Sakristei zurückziehen müssen."

Im Interview äußerte Planellas sich auch zu anderen kirchenpolitischen Themen. Von Papst Leo XIV. erwarte er, dass er den Kurs seines Vorgängers Franziskus fortsetzt. "Er hat sich in Themen wie Migration sehr klar geäußert und hat viel Erfahrung mit armen und prekären Lebensumständen. Ich bin sehr hoffnungsvoll." Zur Frage nach einer möglichen Frauen-Ordination erklärte er, die Weltsynode habe dieses Thema offengelassen. "Es hängt vom Dialog auf der Ebene der Weltkirche ab, denn es gibt unterschiedliche Sensibilitäten", so Planellas: "Wir müssen dies weiter erforschen und weitere Fortschritte machen." Zur Missbrauchsaufarbeitung in der katholischen Kirche erklärte er, dass es schwierig sei, "diese Wunden zu heilen". Dies erfordere viel Zeit. (cbr)

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