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Kardinal: "Pförtner an der Tür von Gottes Haus"

Erzbischof und "Emmy"-Preisträger Fulton Sheen seliggesprochen

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Fulton John Sheen im Portrait
Washington - Nach jahrelanger Prüfung seiner Amtsführung als Bischof können seine Fürsprecher in den USA Vollzug melden: Der einstige TV-Star Fulton Sheen zählt nun offiziell zu den Seligen der katholischen Kirche.

Der US-amerikanische "Fernsehbischof" Fulton Sheen (1895–1979) ist am Donnerstag bei einer feierlichen Zeremonie im Bundesstaat Missouri seliggesprochen worden. Kurienkardinal Luis Antonio Tagle leitete den Gottesdienst mit zehntausenden Pilgern in einem Stadion von Saint Louis im Auftrag von Papst Leo XIV. Tagle würdigte den neuen Seligen als "Pförtner an der Tür von Gottes Haus", der es verstanden habe, das Evangelium auf immer neue Weise zu erzählen und damit zahllose Menschen zu erreichen. Der Papst selbst hatte seinen Landsmann bereits am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz als Vorbild in Sachen Glaubensverkündigung gelobt.

Bekannt als "Onkel Fultie"

"Onkel Fultie", so sein Spitzname, war in erster Linie als TV-Star für sein Medienapostolat bekannt. Seine Sendung "Das Leben ist lebenswert" lief von 1952 bis 1957 und erreichte die wahrscheinlich höchsten Zuschauerzahlen im US-Fernsehen der Nachkriegszeit. 1953 erhielt der Geistliche den bedeutenden US-Fernsehpreis "Emmy" in der Kategorie als herausragendste Fernsehpersönlichkeit. 1966 ernannte Papst Paul VI. Sheen zum Bischof von Rochester im Staat New York. Drei Jahre später gab er das Leitungsamt wieder auf. In der Öffentlichkeit blieb der spätere Titularerzbischof bis zu seinem Tod im Dezember 1979 präsent.

Sein Seligsprechungsverfahren wurde 2002 eröffnet. Zwei Wochen vor seiner für den 21. Dezember 2019 geplanten Seligsprechung wurde sie abgesagt. Mehrere US-Bischöfe hatten den Vatikan um eine Aussetzung und eine erneute gründliche Prüfung gebeten. Es ging um die Frage von Sheens Umgang als Bischof mit Priestern, denen sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde. Das Bistum betonte 2019 ausdrücklich, es gebe keine Hinweise darauf, dass Sheen selbst sich unangemessen verhalten habe. Es hielt eine weitere Prüfung seiner Amtsführung dennoch für geboten. Der Vatikan entschied daraufhin, die Seligsprechung aufzuschieben. Im Februar 2026 hieß es schließlich, der Heilige Stuhl habe darüber informiert, dass das Verfahren fortgesetzt werden könne.

Bei einer Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch Urteil des Papstes fest, dass ein verstorbener Mensch vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Daraus ergibt sich die offizielle Empfehlung, diese Person als Vorbild und Fürsprecher bei Gott anzunehmen. (KNA)

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